Unterwegs oder nichts
Unterwegs oder Nichts
Es gibt nur eine Gemeinsamkeit zwischen Heinz Hofbauer und seiner Frau: Die Fähigkeit zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Gäbe es diese Gemeinsamkeit nicht, dann hätten sie sich nie kennengelernt. Dann müsste er nicht widerwillig als Versuchskaninchen für ihre Ausbildung zur Fremdenführerin herhalten. Und sie wäre nicht Testpublikum für seine Tour in Niederösterreich die Heinz Hofbauer zum Star machen wird. Zum Star an der Minibar. Was in der Folge zur Erstbesteigung seiner Magenwand führt. Die, wie die meisten Bergtouren, im Krankenhaus endet.
Wenn ihnen das nichts sagt, dann wäre „Nichts“ vielleicht doch der bessere Programmtitel gewesen.
Worum geht es wirklich? Ist es tatsächlich nur ein Anprangern des Umstandes, dass die Getränkepreise in Minibars so g’schmalzen sind? Ist es lediglich eine weitere Kritik an der Zweiklassenmedizin, in der man sich dennoch drittklassig behandelt fühlt? Ist es tatsächlich nur ein engagiertes Plädoyer für bessere Dramaturgie in Pornofilmen? Oder geht es um Einsamkeit. Und um den Umstand dass Einsamkeit besonders schwer zu ertragen ist, weil man sie mit niemandem teilen kann.
Oder ist Heinz Hofbauer ständig unterwegs, weil zu Hause mit seiner Frau nichts mehr läuft und er somit vor der Wahl sieht: Unterwegs oder Nichts.

