Unter Zwang
Liebes Publikum!
Dies ist eine Protestnote, eine Depeche, ein Hilferuf.
Trotz meiner Bitte an die Veranstalter, eine Premiere meines neuen Programms auf unbestimmte Zeit zu verschieben, um meine völlig unerwarteten psychischen Probleme in Ruhe aufarbeiten zu können, zwingt man mich zur Termineinhaltung. Da das neoliberale Beschleunigungsdenken auch auf die Kabarettindustrie überzugreifen scheint, bleibt mir also nichts anderes übrig, als zu spielen.
Unter Bewachung, unter Zwang.
Die Wahl der Waffen liegt allerdings bei mir.
Kunst ist frei.
Oder?

