Seitensprung
Sub-TI: Aus aktuellem persönlichen Anlass -
Zahlreiche Anfragen bedürfen Klarstellung
Aufgrund massiver Anfragen nach dem Privatleben von Peter & Teutscher,
ausgelöst durch das letzte Programm (”Nie wieder Sex”), sehen
sich die beiden Kabarettisten gezwungen, eine Klarstellung vorzunehmen, bevor
sie sich weltpolitischen Themen widmen. Schließlich ist man sich selbst
der Nächste. Und da gehört das Kehren von Mist weg von der eigenen
hin zur fremden Haus - bzw. Bühnentür zum kleinen ABC der Selbsthilfe.
Ist für Teutscher mit diesem Titel auch eine Art ”künstlerischer
Seitensprung” gemeint, ein Aphorismus auf die dramaturgische Parallel-
und Weiterentwicklung, so geht's für Peter eindeutig ums Eingemachte (”...denn
was soll es schließlich sonst sein...?”) Stellt sich für Teutscher
die Frage, ob der Gedanke an einen Seitensprung alleine quasi dem Vollzug des
selben gleichzustellen ist, so interessieren Peter vielmehr bodenständige
Sachbereiche, wie die 100 besten Ausreden. Und obwohl sich Teutscher eher globalen
Angelegenheiten (Stichwort: ”Die Achsel des Bösen”) widmen will,
steht für Peter der hausgemachte globale Mist im Vordergrund.
Ein Programm - zwei völlig konträre Zielvorstellungen. Da muss man
eben eheliche Kompromisse eingehen. Trennungsgerüchte von Peter & Teutscher
werden von den beiden zwar stets hartnäckig in die Welt gesetzt, einen
Seitensprung konnte jedoch keiner dem anderen nachweisen. Und so stehen sie
nach wie vor in koalitionärer Eintracht auf der Bühne. Dennoch hängt
die Möglichkeit eines Seitensprunges wie ein Damoklesschwert über
den Kabarettisten. Was höchst amüsant fürs Publikum sein mag,
ist für die beiden allerdings weniger witzig. Alleine Frau Amalie Kratochwill
ist froh, dass endlich ein Programm über Pelargonien zur Aufführung
kommt.
Ein Abend, der Einblicke verspricht, die weder Peter noch Teutscher gerne preisgeben:
Bekenntnisse zweier Bürger im Grenzbereich zwischen ”Moral” und
”Einmal ist keinmal”. Man darf - im ureigensten Sinne des Voyeurismus
- gespannt sein...
Regie: Andreas Hutter

