Kernöl-Kabarett
Moderation: Leo Lukas
Alf Poier, Mike Supancic, Leo Lukas
Teil 1: Alf Poier „Satsang“
Ich habe mir vor kurzem in der Nähe von Wien ein altes Gutshaus gekauft. Dieses Haus hat auch einen Namen:
Es ist die „Botschaft für Bewusstsein, Scheißdreck und Kunst“. Der vom Schicksal dazu auserkorene Botschafter bin ich selber. In einer Zeit, in der der digitale Konsumwahnsinn regiert und alles durchschaubar und kontrollierbar geworden ist, erkannte ich es als meine Bestimmung, einen Platz zu schaffen, der allen berechenbaren Strukturen widerspricht und dessen Gesetzenicht einmal ich selber kenne. Meine Botschaft ist aber auch eine spirituelle Botschaft im postspirituellen Sinn. Ich war sogar extrig in Indien, um dort die Erleuchtung los zu werden. Leider ohne
Erfolg.
„Satsang“ * ist das Ende meiner geistigen Entwicklung, die es nie gegeben hat. Meine Mutter hat zu mir des Öfteren gesagt: “Je älter, desto blöder!“ Seither freue ich mich aufs alt werden. – Kommen Sie und sehen Sie mein Vermächtnis an eine Welt, die sich mir immer mehr entfremdet.
* Satsang bezeichnet in der indischen Philosophie und in den daraus abgeleiteten spirituellen Lehren ein Zusammensein von Menschen, die durch gemeinsames Hören, Reden, Nachdenken und Versenkung in die Lehre nach der höchsten Einsicht streben.
Teil 2: Mike Supancic „Jesus Mike Superstar“
In jenen Tagen aber war es heiß, die Lebensmittel waren rar, der Ölpreis hoch und Sex knapp. Fürchtet Euch nicht!
Der Himmel wird sich öffnen und Jesus Mike Superstar in die Wellen springen und das Meer teilen. „Winnetou singt Waterloo“, „Moser singt Ambros“ und der türkische David Bowie seinen Superhit „Lüz Dünz“ und die Menschen frohlocken. Der Wahnsinnige vom Kernölberg bricht den Fisch und es gibt Running-Sushi für immerdar im Paradies der 1000 Leberkäse. Kommt und sehet den Bruder vom Schwager von Mandi von den Bambis. Ziehen wir uns gemeinsam die tollsten Überwachunsvideos von der Lidl-Personaltoilette rein, zur Verfügung gestellt von Security Hojac.
Freuet Euch und stimmt ein in den Jubelchor:
„Mike in der Höhe und Witze den Menschen auf Erden!“
Teil 3: Leo Lukas „Aus dem Vollen. Das Jubiläumsprogramm“
Wenn man sich mit viereinhalb Jahren selbst das Schreiben beigebracht und nie mehr damit aufgehört hat, kommt ganz schön was zusammen; beispielsweise über 1200 Lieder. Anlässlich seines 50. Geburtstags und 30jährigen Bühnenjubiläums stellt Leo Lukas einen Querschnitt durch sein reichhaltiges Schaffen zusammen, quasi ein „Best of“ - Programm - und er kann aus dem Vollen schöpfen wie kaum ein Zweiter. Für dieses „Kaleodoskop“ wird er einerseits die am häufigsten geäußerten Wünsche erfüllen, andererseits persönliche Lieblingsnummern einer Generalüberholung unterziehen und außerdem einige nagelneue Stücke präsentieren.
Bereits mit Vierzehn textete und komponierte Leo Lukas seinen ersten Hit: „Es ist schön, solche Freunde zu haben“ singen heute noch Österreichs Jungscharkinder landauf, landab. Seit 1978 tritt der gebürtige Köflacher als Kabarettist auf, wobei er nicht nur die steirische Szene entscheidend mitgeprägt hat. Seine oft bitterbösen, ausgefuchsten, jedoch stets eingängigen Songs trugen ihm von Kritikern Vergleiche mit Herman van Veen, Georg Kreisler, Tom Waits, Jonathan Richman, Bert Brecht bis hin zu Johnny Cash ein – was wohl für seine große musikalische Bandbreite
spricht.
Teil 4: ca. 22:30 Musikband jolly friends
Herbert Knötzl und Gerald Votava sind zwei von drei (der dritte ist HPL Clemens Haipl) „Hauptprojektleiter“ des „Projekt X“ und damit seit Jahrzehnten einander und dem FM4-Publikum treue Weggefährten. Die „jolly friends“ sind ihre 1991 gegründete Glamour-Rock-Disco-Dancing-Schlager- Combo, mit der sie jedoch äußerst selten auftreten.
Schade, denn so ein schweißtreibender Abend kann so manche Seele retten, weil die Herren das geschätzte Publikum nebenbei auch in wesentliche Fragen der Liebe, Lust und Leidenschaft bereichern!
Die zu ihnen kommen, denen soll es gut gehen!
Rock it, baby, if you like to dance it!
