Haus, Frauen, Sex

"Jugendamt! Denen werde ich etwas erzählen. Immer ist nur von den Frauen die Rede. Unterdrückung und so weiter, Quotenregelung. Und was ist mit uns? Wir arbeiten eine Leben lang finanzieren alles, dürfen im Haushalt mithelfen weil sonst gelten wir ohnehin als die letzten Machos, dürfen abends, wenn wir von der Arbeit kommen noch die Kinder von der Tagesmutter abholen, weil die Mutter ja unbedingt arbeiten muss, obwohl sie erwiesenermaßen weniger verdient als Frau und dann…


Wir waren ein Idealpaar.

Ich wird die Frauen nie verstehen, da schweigen sie zwanzig Jahre lang und auf einmal sind sie weg. Das geht einfach nicht hinein in meinen Kopf."


Da kotzt sich einer aus. Franz heißt die Kanaille, 47 Jahre alt, arbeitslos, verlassen. Sitzen geblieben auf den Trümmern seiner beschaulichen Reihenhausexistenz. Jetzt, "wo alles fertig und so schön geworden ist", ist sie weg und hat auch noch den gemeinsamen Sohn mitgenommen. Das Leben ist ungerecht.


Was dem Mann so aus der Seele spricht, stammt von Margit Schreiner. 2001 hat die Linzer Autorin mit ihrem Buch "Haus, Frauen, Sex" mit literarischen Rollenklischees gebrochen und einen Männermonolog aus Frauenhand präsentiert.
Ein furioses Stück Rollenprosa. "eine Abrechnung - mit dem Größenwahn der Männer, mit der Hinterlist der Frauen, mit einer Welt, die weder heil noch heilbar ist" (Henryk M. Broder, "Der Spiegel")


Im Rabenhof Theater startet nun Andreas Vitásek zum verbalen Amoklauf gegen die Frauen, die Psychologen, die Emanzipation, reflektiert über Opfer und Täter, Tuer und Lasser, Sexkolumnen, Beziehungsratgeber und Langzeitstudien -
Phrasen, wirre Gedanken, Stammtischparolen, banal und widersprüchlich wie das richtige Leben.

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