Hader spielt Hader

hader spielt hader

Entweder ist er zu faul, ein neues Programm zu schreiben. Oder es fällt
ihm sowieso nichts mehr Neues ein. Oder er braucht grad viel Geld wegen einer
Scheidung. Oder er hat schon alles gesagt, was zu sagen ist. Oder er findet
Filme viel interessanter, möchte aber am Abend noch was dazuverdienen.
Oder er ist in einer Krise. Oder er ist in einer Nachdenkphase. Oder er braucht
wieder Applaus. Suchen Sie sich halt irgendeinen Grund aus, warum Josef Hader
alle seine Programme aus der Tiefkühltruhe nimmt und ein Restlessen kocht.
Zum Beispiel, dass Restlessen einfach spannend sind.

Ob der fantastische Geschichtenerzähler aus ”Privat” - mit Hornbrille
auf die Welt gekommen;

oder der ausgeflippte Werbetexter aus ”Im Keller”, der keine Kullerparty
ausläßt;

oder der schmierige Bierzeltentertainer aus ”Bunter Abend”, der sich
solange mit Rum zuschüttet, bis er endlich keinen Witz mehr hervorbringt;


oder der Bauernbub aus ”Biagn oder Brechn”, der glaubt jedes Problem
in dieser Welt ließe sich ”tadellossuper” mit Kunstdünger
lösen

- Hader leiht sich seine Figuren aus und erzählt vom ganz normalen Wahnsinn
des menschlichen Alltags. Von sich, von der Kunst, vom Kabarett. Das klingt
gefährlich. Ist es auch.

Manches kommt einem deswegen so bekannt vor an diesem Abend, von früher,
von irgendwo. Und er gibt auch zu, dass er gestohlen hat. Doch kommt es darauf
an? Bei dem guten Verhältnis von Täter und Opfer... Interessant ist,
dass aus der Fülle der Figuren eine Geschichte entsteht, die eines für
sich beanspruchen kann: ein neues Hader-Programm zu sein. Ein echtes.

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