250 ccm - Die Viertelliterklasse

Roland Düringer - "250ccm" Die Viertelliter Klasse

Die Zeiten schreien leider wieder nach dem politischen Kabarett...

....auch ich habe den Schrei der Zeiten vernommen und mich entschlossen, trotzdem
wieder ein Stück über persönliche Befindlichkeiten zum Vortrage
zu bringen. Denn ich glaube, persönliche Befindlichkeiten wie Angst, Frust,
Zorn und Stress sind es, die eine erschreckend hohe Zahl von uns dazu verleiten,
dem "Blausein" das Vertrauen zu schenken.

Die Viertelliterklasse

Ein Theaterstück in 3 Akten von Roland Düringer.

Im Vorfeld wurden schon wilde Spekulationen über den Inhalt der "Viertelliterklasse"
publiziert. Zur allgemeinen Berichtigung lassen sie mich verraten, dass ich
nicht - wie so trefflich formuliert - "nach den Autofahrern diesmal die
Motorradfahrer aufs Korn nehmen werde". Es liegt mir zum ersten fern, jemanden
aufs Korn zu nehmen und zum zweiten schon gar nicht so eine tapfere und naturgemäß
gefährdete Minderheit.

Der Titel "Die Viertelliterklasse" ist hier nur eine, wenn auch
anscheinend erfolgreiche, aber doch nur Finte. Ein taktisches Manöver,
dessen Erfolg auf einer menschlichen Schwäche namens "Erwartungshaltung"
basiert. Und diese zu erfüllen habe ich diesmal verweigert.

Popularität ist etwas Wohltuendes. Sie beruhigt und enthemmt. Sie beflügelt
und macht mutig. Vergleichbar einem leichten Damenspitzerl nach einer halben
Flasche Faustino 1997 Reserva, einem kräftigen Rioja.

Doch wie wir wissen ist alles eine Frage der Dosierung. Und so wird Heilbringendes
nur allzu schnell und vom Betroffenen oft unbemerkt zu Gift.

Und auch zuviel an Popularität kann einem über die Leber laufen.

In Vermeidung eines chronischen Leidens, habe ich mich für die freiwillige
Selbstbeschränkung entschieden und der "Viertelliterklasse" den
Eintritt in die Wiener Stadthalle verwehrt.

Erwarten sie daher diesmal bitte kein populäres Düringer-Programm.
Geben sie ihre Erwartungshaltung an der Theatergarderobe ab, betreten sie die
"Wuchtelfreie Zone" und lassen sie sich mit mir auf eine theatralische
Irrfahrt durch die angereicherten Blutbahnen von Frust, Stress, Angst und Zorn
ein.

Stellen sie sich vor, sie werden nach den Ereignissen des gestrigen Tages befragt
und sie wissen nicht einmal, wann gestern war.....

Vielleicht wird daraus ein Thriller, vielleicht eine Satire, vielleicht ist
es Science-Fiction, vielleicht ist es einfach zu viel, aber mit Sicherheit ist
es nicht jugendfrei.

Und mit Sicherheit werde ich selbst, wenn auch nur kurz, aber doch auf der
Bühne anwesend sein.

Herzlichst ihr Roland Düringer.

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