Quod licet iovi……

200hopfschuss.jpg

Künstler

Quod licet iovi……

Dienstag, 27.Jänner 2009, 09:13, Anfang

Weil es ja sein kann und Sie von der Affäre um den so genannten „Negerwitz“ zwar gehört, besagten aber nicht kennen, erlaube ich mir nämlichen wie folgt anzuführen.

In einem Zugabteil stillen einen weiße Mutter und eine Negermama ihre Babys. Schaut das weiße Pampersmonster zum schwarzen rüber und sagt: „ Mama, nächstes Mal will ich auch einen Kakao..“

Diesen Witz hat bekanntlich die Kärntner Ersatzsonne Dörfler im Rahmen einer Unterhaltungssendung erzählt. Aufregung

09:19 Uhr
GÄHHHNNN! Müssen wir wirklich auf jeden Zug mit aufspringen?

09:20 Uhr
Halt ein, innere Stimme, ich denke es wird heikler als dir lieb ist.
Folgendes Gedankenexperiment:
Meine vierjährige Tochter kommt vom Kindergarten nach Hause und erzählt mir diesen Witz.
Wie reagiere ich?

09:21 Uhr
Hey Hopf, unsere Tochter ist aber reife- und intellektmäßig dem Dörfler nur schwer gleichzusetzen. Mit 4 hat sie die Analphase bereits überwunden, der Phaeton-Crash-Test-Dummie Nachfolger hingegen…….. egal

09:22 Uhr
Also, wie reagiere ich?
Gar nicht!
Aufregung in der Leserschaft?
Ganz ruhig.
Ist dieser Witz rassistisch?
Bis auf die Verwendung des Terminus „Neger“ kann ich nichts Diskriminierendes erkennen.
Wird mit einem der üblichen Vorurteile gearbeitet? Nein.
Geht er auf Kosten einer Minderheit? Nein
Ist er sexistisch? Nein
Also, wo ist das Problem?
Ja, es kommt eine Schwarze darin vor.
Freunde der Blasmusik, es gibt auch so etwas wie positive Diskriminierung.

09:26 Uhr
Gut, aber kommen die Lacher nicht 100% von der falschen Seite…

09:27 Uhr
Das ist natürlich eine andere Geschichte.
Es geht mir um etwas anderes. Die akademische Frage nach der Grenze des Humors.
Waren wir nicht zu Recht über die Aufregung nach der Stermann Grissemann Haider Sendung empört. Was wurde da nicht alles an Stumpfsinnigkeiten verbreitet… Guter Geschmack, Anstand, Pietät, … Scheinmoral.
Deswegen tu ich mir jetzt ein wenig schwer mit derselben Keule auf jemanden hinzudreschen.
Sollte man Freiheiten, die man zu Recht fordert, nicht auch der Gegenseite zugestehen?

09: 31 Uhr
Aber Hallo! Jetzt geht’s mit dir durch Hopf. Dörfler und Stermann Grissemann in einem Topf? Aus Stop Retour

09:32 Uhr
Ich sagte doch das Ganze sei rein akademisch! Wenn es ein Problem gibt, dann kann es nicht dieser Witz sein, sondern der Herr, der ihn erzählt hat. Wäre der Kerl doch bloß Bierzeltunterhalter geworden, seine Kollegen Solariumbetreiber, Tankstellenpächter, Gebrauchtwagenhändler oder AWD Berater, die Welt im Land der herabfallenden Sonne, wäre eine bessere.
Will sagen: Der Witz war nicht rassistisch, nur derjenige der ihn erzählte.

09:35 Uhr
Ich war nicht bei der SS, nur mein Pferd….

09:36
Zwirnsscheisser!

09:37 Uhr
Danke! Ich möchte dir aber zum Abschluss doch recht geben: Wäre die Tochter mit dem Witz daher gekommen… Pfeif drauf
Und nun machen wir die Überschrift gemeinsam zu…. (ACHTUNG WERTE LESER, EINE NOVITÄT IN MEINEN KOLUMNEN)

09:38 Uhr (beide gemeinsam, fast zweistimmig)
NON LICET BOVI

Ende

Pepi Hopf

 

Um den Kabarett.at Newsletter zu erhalten, müssen Sie als User registriert sein. Klicken Sie hier, um sich einzuloggen.