Premierenkritik: Fredi Jirkal - Gummiringerl

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Künstler

Premierenkritik: Fredi Jirkal - Gummiringerl

Gummiringerl - nach Mei Rayon und Kinderwunsch das bereits dritte Programm des Quereinsteigers Fredi Jirkal. Dem ehemaligen Briefträger eilt ein Ruf voraus, dem es gilt, gerecht zu werden. Zahlreiche Kleinkunstpreise ebnen seine noch kurze Bühnenlaufbahn.

Die offerierte Geschichte spielt sich hauptsächlich bei Jirkals im Wohnzimmer ab. Fredi Jirkal schreibt an seinem neuen Programm und missbraucht die Hauskatzen, die er vorsorglich in ihr Körbchen gesperrt hat, als Testpublikum, während seine bessere Hälfte - Popschi - sich um den geschäftlichen Teil kümmert.

Nach einer kurzen Beschimpfung des Publikums, die dem zahnschmerzgeplagten Künstler Erleichterung verschaffen soll, streift er die Themen Weltreligionen, Alkohol versus Nikotin, das Fernsehprogramm im allgemeinen, 5-Elemente-Küche etc. Die eigentliche Geschichte beginnt mit der Entstehung von Fredi Jirkal. Ursprünglich als Kaulquappe geboren überrascht er seine spätere Mutter, indem er ihr beim Schwimmen in einem Badesee ins Ohr schlüpft. Auf direktem Weg in deren Gebärmutter begegnet er dort dem tatsächlichen Fötus. Da die Jirkals bereits stolze Eltern dreier Mädchen sind und das Leben als Krötenfrau doch so viel zu bieten hat, wird kurzerhand Platz getauscht.

Die Geburt des erhofften Sohnes verläuft unproblematisch, zurück bleibt nur eine Zander-Phobie. Nun erzählt uns der vermeintliche Kröterich Schmankerl aus seiner Kindheit und Jugend. Von den volkschulfreien Tagen, der Vortrag eines Aufsatzes rund um den Urlaub bei seiner Tante am Bauernhof, Russisch-Unterricht im Fernsehen, die Scheidung der Eltern bis hin zur Tischlerlehre des damals noch etwas unterentwickelten Fredis. Nach einer kurzen Laufbahn im holzverabeitenden Gewerbes, landet er als Briefträger bei der Post. Und dann 2002 beim Kabarett:

"Die ganze Welt war offen, nach dem Gewinn der Hirschwanger Wuchtel."

Die Vorstellung läuft unter dem strengen Blick des schon bekannten Heinzi alias Wilson aus Cast Away mit Tom Hanks ab. Das Programm plätschert so dahin, ohne wirkliche Höhepunkte vorzuweisen. Unterbrochen wird es durch die Auftritte des Showmasters in goldenem Glitzer-Outfit, der Gedichte und Geschichten mit geschickten, einfallsreichen Wortspielereien (auch schon gesehen bei Ludwig Müller) vorträgt.

"Die Krot hat a Wette verlorn, is gstorbn und ist dann wieder a Kaulquappe worden."

Eine wirkliche Glanzleistung und Novität sind die Auftritte des menschgewordenen La Linea, der doch noch das Thema "Gummiringerl" thematisiert. Im allgemeinen ist der Einfluss von Josef Hader quer durchs ganze Programm spürbar. Wobei allerdings der intellektuelle Anspruch des Meisters fehlt.

Und die Quintessenz des Programms? - Gibt's keine. Oder ich hab sie verschlafen.

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