Premierenkritik: Die Echten retten die Welt
Künstler
Premierenkritik: Die Echten retten die Welt
Papiersackerlfreundlich
Am Anfang war, dass sie nicht wissen, wo sie wohnen. In der Mitte war eine Pause. Und am Ende gab es stehende Ovationen, die gar nimmer enden wollten. Dazwischen lag eine faszinierende musikalische Reise in die Galaxie A Cappella, auf der "Die Echten" ihren Beitrag zum Retten der Welt leisteten. Denn nichts weniger ist der Auftrag der nächsten intergalaktischen Konferenz, auf der wir durch Patricia Simpson, Alexander Wartha, Stephan Gleixner und Andy Woerz repräsentiert werden.
Und was es alles zu retten gibt, davon singen sie uns in ihrem neuen Programm. Wobei die vier Vokalkünstler ja nicht nur Texte singen, sondern auch gleich alle Instrumente. Dabei geben sie so Gas, dass es uns manchmal kaum auf den Sitzen hält, denn die Leidenschaft, mit der sie ihre Kunst betreiben, ist mitreißend und bezaubernd.
Unter die rettungswürdigen Erdangelegenheiten fällt für die Combo übrigens eh alles, vom Dorsch über den Elefanten und der Entscheidungsschwäche bis hin zur Sehnenscheidenentzündung von Gitarrespielern, wobei hier hauptsächlich jene gemeint sind, die Lagerfeuer bespielen. Oder grillen, während die anderen schmusen. Und weil retten ja ein Wort ist, das auch nach Taten verlangt, haben sie sogar ein Lied geschrieben, das eine Spenden-Kontonummer ist (nämlich "313 87743 003" für die Aktion "Menschen für Menschen").
Ja, sie sind sehr menschen- und tier- und papiersackerlfreundlich, und wozu man Letzteres eigentlich erfunden hat, das lernen wir auch von ihnen.
Jedes Mitglied der Gruppe ist außerordentlich, was sich in jenen Momenten zeigt, die jedem ein kleines Solo bieten. Gemeinsam ergeben sie etwas derart Rundes, als wäre das genauso von der Natur vorgesehen gewesen. Wie die Natur wohl auch für so manches Lied von Künstlerkollegen einen anderen Text vorgesehen hatte, und es hat nur ein paar Jahre gebraucht, bis der den Echten eingefallen ist. Andererseits hätte Falco zu seiner Zeit mit "Ham ma Deos?" kaum Amerika entdeckt, was irgendwie auch schade gewesen wäre.
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