Olympia!
Künstler
Olympia!
Einfältig ist, wer bei Olympia nur an Sport denkt…
Weil:
Wenn man sieht, wie die Schispringer als Team überzeugen und souverän zum Sieg fliegen, kann man eigentlich nur zu einem Schluss kommen: Die Krankenhäuser müssen olympisch werden!
Der Erfolg der olympischen Spiele kann sich in unserem Gesundheitswesen wieder finden. Stellen Sie sich vor: Sie betreten ein Spital und begeben sich nicht in den Wartebereich, sondern in den Zuschauerraum! Sie sitzen dort zwar auf denselben Sesserln wie immer, die veränderte Erwartungshaltung sorgt aber für Glücksgefühle.
Die Athleten in Weiß marschieren ein! Mit Rot-Kreuz-Flagge und Äskulapnatter in der Hand präsentieren sie stolz ihre sportlichen Körper und sind zu allem bereit.
Gleich danach treten die Springer an: In tiefer Hocke lassen sie sich in den Einlauf, dann rechtzeitig durchstrecken, tief einatmen, Luft anhalten, langsam ausatmen und satt im Auslauf ankommen.
Die Biathlon-Staffel hat die Gewehre gegen Spritzen eingetauscht und rauscht von Zimmer zu Zimmer, legt an, drückt ab: einmal, zweimal, dreimal viermal, fünfmal. Bei einem Fehltreffer muss eine Strafrunde durch die Pathologie absolviert werden, mit Patientenbett.
Die Slalom-Artisten tauschen die Stangen gegen Patienten mit mobilen Ringer-Lösungen auf der Gerontologie. Die Alten, die noch stehen können, werden im Zick-Zack-Kurs bewältigt. Schnabelhäferln werden ausgetauscht, Wundlagen versorgt und im Zielschuss wird das Röntgenfoto über Sieg und Niederlage entscheiden.
Wir wechseln zu den Bobfahrern: Mit Schwung schmeißen sie sich auf das Gerät und gleiten in die Magnetresonanz-Röhre. Trommelfeuer begleitet die Wagemutigen durch den Blitzkanal. Sie schmiegen ihren Körper durch das Gelände und warten auf die letzte Kurve…
Wenn es sie dort rausfetzt, warten die Kollegen im Gipszimmer auf ihren Einsatz.
So. Wenn diese Idee das Spitalswesen nicht attraktiver macht, dann muss man die Kunst holen. In der Wiener Secession läuft ja zurzeit eine Ausstellung, die die Gemüter in Wallung bringt. Vielleicht könnten ja Christoph Büchel und der Verein der kontaktfreudigen Nachtschwärmer den gewissen Swing in manch kranke Häuser bringen…
Ihre
Frau Amalie Kratochwill
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