Mein Schönstes Weihnachtserlebnis

Mein Schönstes Weihnachtserlebnis

Mein Schönstes Weihnachtserlebnis

Es ist schon einige Tage her, als ich mitten in der Nacht aufwachte.

Vor mir stand ein Wesen, umgeben von einem weihnachtlichen Glanz. Nach einer Schreckminute fing ich an, mich zu erschrecken, weil: Es war der Weihnachtsmann!

Abgesehen davon, dass das die Existenz vom Christkind gehörig in Frage stellte, fand ich es ungehörig, dass ein Mann einfach so an meinem Bettende auftauchte, ungebeten und ohne amouröse Gefühle.

Im Laternenlicht, das mir der Bürgermeister von draußen spendete, waren eine Zipfelmütze und ein Rauschebart zu erkennen. Außer einem roten Mantel umgab den Eindringling auch noch eine Fahne. Diese roch nach Myrre, Weihrauch und Zimt oder was auch immer da wieder im Punsch gelandet war.

Ich empfing ihn mit dem entsprechenden Respekt mit einem "Schleich di!", welches er auch sofort richtig interpretierte und sich zur Tür wandte. Beim Rausgehen blieb er noch kurz stehen: "Amalie, es tut mir leid, dass ich damals einfach so verschwunden bin. Aber ich hab mich so geniert. Diese .... intime Nähe ohne Trauschein...aber ich halt es nicht mehr aus. Ich wollte dir nur sagen, dass es mir und den Kindern gut geht... deinen Kindern.... unseren Kindern.... und sie leben mit Gottes Segen, dort, wo du mir begegnet bist...."

Ein paar Minuten später wusste ich noch mehr. Nach einem Auftritt in Mariazell hatte er damals noch auf mich gewartet, mit einem Blumenstrauß erhoffte er ein Autogramm. Es kam, wie es kommen musste, wir schlichen uns noch durch den Hintereingang in die Basilika. Wo ich ihm neben einer vorweihnachtlichen Krippenszene begegnete..., nachdem mir der Herr erschienen war... erschienen war, wie ein Mann, dem man sich offenbaren konnte.

Als ich nach einigen Schäferstündchen im Stall augenscheinlich allein erwachte, begab ich mich bergab, zu dem Hotel, wo die Peter und Teutscher sich schon um mich sorgten.

Jetzt, zehn Jahre später offenbarte mir mein damaliger Autogrammjäger, dass unserer Begegnung Zwillinge entsprungen waren, die er allein groß gezogen hatte und die schon seit Jahren den Stall in der Basilika mitgestalten, mit Gestalten, die sie selbst entwerfen als Ministranten.

Kurz und gut: Ich hab ihm zehn Euro gegeben, weil die Geschichte gut war. Ich sag, wer sich gute Geschichten einfallen lasst, der soll auch was kriegen, das fällt für mich nicht unter betteln. Sonst wären ja die Peter und Teutscher in gewisser Hinsicht auch nur Bettler.

Aber ich frag mich doch manchmal, ob nicht in dem einen oder anderen Ort ein Papa sitzt, mit einem Balg von mir auf dem Schoß.... weil herumgekommen sind wir viel und die Nächte waren legendär...

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