Let DJ's save our lives!
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Let DJ's save our lives!
Let DJ's save our lives!
Letzte Woche war ich auf einer Geburtstags-Fete eingeladen. Nette Leute, miserable Luft, und einen DJ gab's auch - soll heißen: beim Betreten des Lokals hat's Dir die Birne weggeblasen, beim Betreten des Kellers den Rest.
Ein halbdunkler Keller, erfüllt von ohrenbetäubender, ekstatischer Musik, alkoholisierte Menschen beiderlei Geschlechts - ideale Voraussetzungen also für ein zügelloses Bacchanal, bei dem Menschen sich die Kleider vom Leibe reißen und übereinander herfallen, wo es kein "richtig" oder "falsch" gibt, keine Tabus und keine Schranken, wo die nackten Leiber zu den Altären der Wollust werden, auf denen die Entfesselten sich ihrer Sinnlichkeit opfern, wo
nun ja, ganz trifft diese Beschreibung nicht den Charakter der Veranstaltung.
Zwar gab es eine Tanzfläche, auf der bis zu 13 Mädels und 3 Männer gleichzeitig anzutreffen waren, dort jedoch wurde springend und stampfend einer kindlich-unschuldigen Fröhlichkeit gefrönt, weit entfernt von jeder Elmayer Erotik, und auch sonst weitgehend ohne direkte Berührungen.
Der Austausch von Körperflüssigkeiten fand neben der Tanzfläche statt, und zwar in Gestalt von literweise Spucke. Diese wurde von den Menschen in den Ohrmuscheln ihrer Gesprächspartner deponiert, in die sie tapfer einzelne Worte oder kurze Sätze zu brüllen versuchten. In Anbetracht der Musik ein aussichtsloses Unterfangen. Ich z.B. habe einen Typen wiedergetroffen, der vor 13 Jahren in meinem Stammbeisl serviert hat. Inzwischen hat er sein Studium abgeschlossen (Lehramt Physik/Geschichte) und unterrichtet an einer HTL. Die Übermittlung dieser Informationen hat eine Viertelstunde in Anspruch genommen und uns beide die Stimme gekostet.
War aber wurscht, die Party war trotzdem ein voller Erfolg. Irgendwann gibt man die verbale Kommunikation auf und lässt sich einfach treiben oder hängen oder gehen und verbucht das Fest innerlich als "gelungenen Abend".
Das geht wohl mehr Leuten so, sonst würde sich diese Form der Party nicht solcher Beliebtheit erfreuen. Wenn wir uns ehrlich sind, wäre der Großteil der Unterhaltungen, die wir sonst führen würden, ziemlich banal - selbst wenn wir die Gesprächspartner mögen. Indem uns aber die Musik der Verpflichtung zum Gespräch durch seine Verunmöglichung enthebt, schafft sie die optimalen Voraussetzungen für ungetrübtes Wohlbefinden: angenehme Gesellschaft ohne öden Small-Talk.
Eigentlich sollte sich dieser Effekt doch auch unter anderen Rahmenbedingungen einstellen. Was spricht eigentlich dagegen, einen Miet-DJ-Service anzubieten, der für jede Art von Veranstaltungen gebucht werden kann, bei der erfahrungsgemäß mit belanglosen Konversationen zu rechnen ist? Wäre ein ohrenbetäubendes WUM-BA WUM-BA WUM-BA nicht die einzige Rettung für die Trostlosigkeit mancher Familientreffen (ich liebe meine Familie, aber das verstellt mir nicht den Blick auf einige Mühsamkeiten), Instituts-Weihnachtsfeiern (ich liebe meinen Institutsvorstand, aber das verstellt mir nicht den Blick auf einige Mühsamkeiten) oder Kabarett-Programme (ich liebe mich, aber das
WUM-BA WUM-BA WUM-BA
ICH LIEBE MICH, ABER DAS
WUM-BA WUM-BA WUM-BA
ICH HABE GESAGT, ICH LIEBE MICH!!!
WUM-BA WUM-BA WUM-BA
WUM-BA WUM-BA WUM-BA
"MICH"! NICHT "DICH"!
WUM-BA WUM-BA WUM-BA
WUM-BA WUM-BA WUM-BA
NEHMEN SIE IHRE HAND DA WEG!!!
WUM-BA WUM-BA WUM-BA
WUM-BA WUM-BA WUM-BA
WUM-BA WUM-BA WUM-BA.
WUM-BA WUM-BA
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