KGB

KGB

KGB

Ich bin für die Gründung einer Kabarettisten-Gewerkschaft. Weil die Ausbeutung ja auch vor uns nicht Halt macht. Ich muss jetzt an die Öffentlichkeit gehen!

Erst kürzlich hab ich wieder nach 20 Uhr arbeiten müssen... und das mit 81!

Ganz zu schweigen von der generellen Unzufriedenheit, die ich formulieren darf: Sich im Scheinwerferlicht dem Lachen der Menge auszusetzen, kann gar nicht den allgemein zumutbaren Schutzbestimmungen entsprechen. Ich fordere Gesichtsmasken, um sich im Fall von missglückten Pointen ohne Gesichtsverlust hinter den Vorhang schleichen zu können!

Auch sollen Veranstalter in Hinkunft angehalten werden, ein entsprechendes pointenfreundliches Umfeld zu schaffen. Ich denke da an Videos von Hans Moser, die an jedem Tisch abgerufen werden können, sowie Wandschmuck, der die schönsten Momente der aktuellen Villacher Faschingssitzungen wiedergibt.

Bühnen, die der Anforderung nicht entsprechen, werden bestreikt. Spielfreie Kollegen schützen den gefährdeten Kollegen, indem sie keine Zuschauer einlassen, im Notfall durch Aufkaufen aller Eintrittskarten.

Womit wir bei der Gewerkschaftskassa des Kabarettistischen Gewerkschaftsbundes (KGB) angelangt wären: Die würde ich verwalten. Zwei Stellvertreter, die das Vertrauen der Kollegenschaft genießen, werden die Gebarung laufend überwachen. Mein Vorschlag fällt da auf das Kabarett-Duo Norbert Peter und Ronny Teutscher, zwei erfahrene Groß-Koalitionäre, die auch gleichzeitig die zwei Lager unseres Genres repräsentieren: das Lustige einerseits und das medizinisch Notwendige andererseits!

Auch sehe ich in steigendem Ausmaß die künstlerische Unabhängigkeit gefährdet. Speziell durch TV-Stationen, die uns Künstlern viel Geld anbieten, damit wir für sie kreativ tätig werden. Dies, werte Kollegen, ist ABZUSTELLEN!!

Unsere Kreativität hat sich allein am Ziel unseres Wirkens, unserem gesellschaftlichen Auftrag zu Unterhaltung und Aufklärung zu orientieren. Finanzielle Gaben beeinträchtigen und verfälschen doch nur das Ergebnis unseres Schaffens. Deshalb: Je besser die finanzielle Ausstattung des Auftraggebers, umso garantierter arbeiten wir unentgeltlich!

Solidarität soll unser hohes Gut sein. Damit alle Kollegen die gleiche Möglichkeit haben, ihre Ideen und Programme zu präsentieren, verpflichten sich die vom Volk favorisierten Künstler, die noch unbekannten Kollegen zu fördern.

Am besten mit dem 5-Tages-Plan: Wenn ein Kollege pro Monat fünf Abende gespielt hat, tritt er erst wieder auf, bis alle anderen Kollegen auch fünf Auftritte hinter sich haben. So ist gewährleistet, dass das Publikum sich ein vollständiges Bild von unserer Szene machen muss.

Ich schließe mit dem Aufruf an alle Kollegen, sich dem KGB anzuschließen.

Weitere Vorschläge, um die Schlagkraft unserer Bewegung zu erhöhen, sind erwünscht!

Kollegen! Aufgelacht!!

Eure

Um den Kabarett.at Newsletter zu erhalten, müssen Sie als User registriert sein. Klicken Sie hier, um sich einzuloggen.