Jackpot

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Jackpot

Was da alles auf einen zukommt, zuviel könnte es einem werden.

In dem Fall rede ich da sogar von mir selbst. 

Die arabische Welt ist mitten in einer Revolution, die japanische Welt vor dem Super-Gau. Und man weiß ja nicht, wie weit das eine oder das andere überschwappt und uns alle trifft. Ich sage ja nur, dass die Geigerzähler in Österreich bereits ausverkauft sind. Zumindest habe ich beim Spar keinen bekommen.

Als ob das nicht alles wäre, habe ich mich bereits in die nächsten Nesseln gesetzt. Da kann wirklich niemand was dafür, bin ich ganz allein verantwortlich. Verführen hab ich mich lassen, natürlich.

Gewunken haben sie mir mit einem Sack voller Geld vor meiner Nase! Und schwach bin ich geworden.

Und jetzt zittere ich vor dem nächsten Sonntag. Weil da ist die Ziehung und wehe mir! Dreifach-Jackpot!!!
 
Ich will mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn meine Zahlen kommen. Mein Leben würde implodieren, nichts wäre mehr wie früher. Ich könnte mir eine neue Bleibe suchen, würde meine Freunde verlieren und müsste überlegen, wo ich was zum Essen herbekomme. Im Prinzip dasselbe, als wie wenn die mir meine Pension streichen würden. Nur halt als Gewinn getarnt. 

Im Gemeindebau kann man ja als Dreifach-Jackpot-Gewinnerin nicht bleiben. Alle Freunde würden mich für arrogant halten, wenn ich ihnen vom Gewinn was abgeben würde. Und für arrogant, wenn ich ihnen nix geben tät. In jedem Fall wären sie weg.

Und wegen dem Essen: Beim Spar wechseln sie ja gar keine Jackpot-Scheine. Nein, da muss man dann in die feinen Lokale Essen gehen.

Aber wo krieg ich die her, mitten in Simmering? 

Ich könnt also regelmäßig ins Zentrum fahren, müsste mich einkleiden, das Parlieren üben. Weil wenn man nur normal redet, kommt man ja beim Sacher nicht rein. 

Noch bleibt mir allerdings die Hoffnung.

Noch ist ja nicht gesagt, dass genau mein Schein gewinnt. Und wenn doch: Vielleicht gewinnen ja 10.000 andere mit mir. Dann kommen vielleicht grad 100 Euro zur Auszahlung und damit könnte ich umgehen.

Da muss man nicht ausziehen, kann in der Wohnung bleiben. Und einmal geht man zum Wirtn. Unten am Platzl. Auf ein Schnitzel. 

Aber bis zur Ziehung gehe ich durch die Hölle.
Wird mein Leben nach halb acht noch dasselbe sein….?
 
Ihre
Frau Amalie Kratochwill

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