I shot a man in Reno, just to watch him die
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I shot a man in Reno, just to watch him die
I shot a man in Reno, just to watch him die
Eine poetische Zeil von Johnny Cash beglitt mich ins neue Jahr, liebe Leser.
Darüber hinaus der Vorsatz, nicht in jeder Kolumne dieses Jahres über Fußball zu schreiben. Tatsächlich plane ich im Laufe des Mai einmal über ein anderes Thema zu schreiben. Vielleicht über die Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen in China.
Weil Sport ist ja nicht alles. Da muss auch kurz Platz für Massenabsiedlungen, Hinrichtungen oder das Wegsperren von politischen Gegnern sein.
Aber heute geht es um eine andere Leidensgeschichte.
Es war einmal ein Turnlehrer. Ein braver und glücklicher Mann. Der war in der Tat so von Fröhlichkeit erfüllt, dass er den Vornamen Happy erhielt: Happy Pickersberger.
Seine Leidenschaft war es, jungen Menschen den Spaß am Fußball zu vermitteln. Deshalb übernahm er auch die Schülerliga: Die Schulmannschaft musste gegen andere Schulmannschaften antreten. Das ist einmal besser gelaufen, einmal schlechter. Der Happy ist immer hinter der Mannschaft gestanden.
Eines Tages mussten sie gegen eine Mannschaft einer Montessori-Schule antreten: Die schickte die Jüngsten aufs Feld, die während dem Spiel Gedichte aufsagten, tanzten und zur Hälfte Mädchen waren. Jeder wusste schon vorher: Das wird ein klarer Sieg für Happys Mannschaft....
Aber es ist anders gekommen: Die Schüler vom Happy ließen sich verzaubern von den Montessori-Amateuren und holten sich eine Niederlage ab.
Das war für den Happy wirklich fürchterlich. Noch am selben Tag legte er sein Amt nieder, die Schülerliga war für ihn erledigt.
Er brauchte Jahre, um über die Schmach hinwegzukommen. Dann aber hat er sich zusammengerissen, um zurück zu kommen. Damit sein Name nicht als Verlierer in den Annalen bleibt.
Seine Methoden wurden ein bisserl eigen, aber er hatte das Vertrauen des Schuldirektors. So ließ er ältere, erfahrene Schüler nicht spielen, weil die Jungen eine Chance erhalten sollen: Happy bediente sich beim angeschlossenen Kindergarten. Buben, die geschimpft haben, durften auch nicht mehr dabei sein. Lieber stellte Happy Mädchen in die Mannschaft. Und vor jedem Spiel mussten die Kinder tanzen und singen.
Die ersten Spiele gingen verloren, aber der Direktor war begeistert von der Arbeit seines Happy. Ein großes, landesweites Turnier, das am Ende des Jahres in der Schule stattfinden sollte, würde dem Turnlehrer schon noch recht geben, sagte er.
Und tatsächlich: Das Turnier zeigte sich als voller Erfolg. Nicht, dass Happys Mannschaft gewonnen hätte, nein. Nicht einen Ball brachte sie im Tor des Gegners unter. Aber ihr Spiel war von solcher Eigenart, dass man noch Jahre später von ihr sprach. Es ging auch nicht ums Gewinnen, sondern um die Schönheit des Zusammentreffens.
Und Happys Namen war reingewaschen. Die Niederlage gegen die Montessori-Schüler war plötzlich keine Schande mehr, sondern der Start einer neuen Ära. Das Spiel wurde plötzlich wieder als solches begriffen. Die Begegnung in Freude stand im Vordergrund.
Und wenn sie nicht gestorben sind, so verlieren sie noch heute.
Was das mit der Euro zu tun hat?
Na nix, selbstverständlich, weil die Österreicher werden Weltmeister, garantiert!
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