Freitag, der 13.

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Freitag, der 13.

Er kommt näher. Der Tag, der für viele Mitmenschen eine Konfrontation zwischen Schicksal und Vernunft darstellt. Der 13. November fällt heuer auf einen Freitag ...

Ich selbst bin ja überhaupt nicht abergläubisch.

Wenn zum Beispiel eine schwarze Katze meinen Weg quert, dann ist das nur dann ein Unglück, wenn es mich über sie drüber zerlegt. Weil ein offener Oberschenkelbruch ist ja auch greifbar, also nicht nur irgendeine esoterische Betroffenheit. Mit einem blutenden Knochenstück hat man was in der Hand, was ein Unglück höchst wissenschaftlich belegt. Und dabei ist es wurscht, ob der Knochen der eigene oder der von der Katze ist.

In diesem Sinn bin ich für „lebenslänglich“ bei den allzu Abergläubischen. Weil die fliegen ja am kommenden Freitag sogar über eine Katze, wenn sie grün-weiß gestreift ist, nur weil sie so nervös sind. Sie müssen ja nicht fürs restliche Leben hinter Gitter, aber zumindest lebenslang hinter Bücher.

Bemerkenswerter Weise ist auf der Wiener Hauptuniversität die dazu passende Tagung. Dort nimmt man sich nämlich ein brandheißes aktuelles Thema vor. Nein, nicht die Besetzung der Universität, die Streikbewegung oder die Forderungen nach freiem Uni-Zugang. Sondern die Frage, welche Rolle die Universitäten in einem „Lifelong-Learning-Prozess“ haben.

Wer sich raus traut: Von neun bis 16 Uhr kann man im kleinen Festsaal über die spezielle lebenslange Bindung reden, natürlich am Freitag, den 13.

Ich selbst will mich auch auf dem Laufenden halten und werde einige Kurse auf der Volkshochschule belegen.

„Erfolgreich in den verdeckten Arbeitsmarkt“ lautet der vielversprechende Titel eines Kurses, der am 20. November auf der VHS Simmering beginnt.

Was ich mir erwarte: Eine handfeste Alternative zu meiner Pension. Weil die Pensionszahlung ist ja nicht mehr als ein Taschengeld. Grad haben sie wieder erklärt, dass der Strom und das Gas um drei Prozent steigen werden - also nicht die Menge, sondern der Preis.
Und die Pensionserhöhung wird sich rund um den Einser bewegen. Was in der Schule ja eine Freude wäre, ist aber am Lebensabend eine Absage an den Luxus.

Dementsprechend wird der Winter ausfallen:
Statt mit der Boeing zu einem Shopping-Trip nach Dubai einen Ausflug mit der Bim ins Einkaufszentrum Simmering.
Statt der Sonntags-Matinee im Burgtheater Filterkaffee vorm Radiogerät im Gemeindebau.
Statt einem Bildungssabbatical in Harvard den Kurs 1005 auf der VHS Simmering.

Anmeldeschluss ist übrigens, richtig geraten, Freitag, der 13.!

In diesem Sinne rufe ich in die Welt ein kräftiges, solidarisches Ahoi!

Ihre
Frau Amalie Kratochwill

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