Ein Ei gelegt

Ein Ei gelegt

Ein Ei gelegt

Ostern steht vor der Tür. Das Fest der Auferstehung.

Und tatsächlich stehen einige Auferstehungen an. Auch bei den Ungläubigen.

Bei der SPÖ zum Beispiel liegt der Kanzler und Parteivorsitzende am Boden. Da ist eine Erhebung vorprogrammiert. Wenn nicht vom Herrn Gusenbauer selbst, dann halt von wem anderen. Wenn nicht von einem Roten, dann halt von einem Schwarzen. Wenn nicht von einem Mann, dann halt von einer Frau - Sie sehen, ich bin offen fürs Osterwunder.

Oder bei meinem Radiogerät.

Der Hansi hat sich draufgesetzt und sein Kanarie-Geschäft getätigt. Ich hab das Gerät deshalb unter die Wasserleitung gehalten und mit CIF abgeschrubbt. Das Gacki ist weg, rein äußerlich zumindest. Sender krieg ich jetzt aber nur mehr einen rein, das Frequenzradl lässt sich nimmer drehn. Ich komm mir vor wie eine Iranerin vor ihrem Wahlzettel. Jetzt hör ich nur mehr Ö3.

Das ist ein Sender ohne "Autofahrer Unterwegs" und am Nachmittag ist auch kein Wunschkonzert. Die Mittags-Glocken von St. Wilhelm in Oberdöbling gehen mir am wenigsten ab.

Die Nachrichten sind kurz und bündig gehalten, sodass genug Zeit für die Werbung bleibt. Immerhin ist der Sepp Schnorcher mit dabei und vielleicht machens auch bald einmal ein bisserl Platz für den Doktor Kurt Ostbahn. Und wenns dann auch noch den Heinz Conrads reanimieren, dann hat Ostern wieder einen Sinn.

Und dann wär da noch meine eigene Auferstehung - die ist auch überfällig. Die könnten die Herren vom Billa erleichtern. Wie die die Preise in die Höhe treiben - rücksichtslos. Das hätts beim Konsum nicht gegeben. Nudeln, Brot oder Packerlsuppen - man muss sich entscheiden, alles gleichzeitig ist nicht mehr finanzierbar. Und die Politiker sind leider so mit sich selbst beschäftigt, dass sie die Preistreiber nicht in die Schranken weisen können.

Die einzigen, die aufmucken, sind Arbeiterkammer und Konsumentenschützer, aber die sind so zahnlos wie ich, wenn meine Dritten im Glaserl treiben.

Bei allem Optimismus: Da bleibt mir nur die pure Zukunftsangst.

In diesem Sinn: Ich hoffe, Sie hatten ein gesegnetes Weihnachtsfest, weil Ostern kann die Erwartungen nicht erfüllen, tut mir leid,

Ihre

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