Das (Zweit)beste, was man in einer langen Nacht machen kann ...
Das (Zweit)beste, was man in einer langen Nacht machen kann ...
Wie man mit dem AMS an die Spitze kommt, erzählt die "Lange Nacht des Kabaretts" - Formation anhand von Beispielen der heimischen Prominenz wie Frank Stronach, Heinz Prüller und Alfred Gusenbauer, und auch anhand ihrer eigenen Karrieren. Willi, ihr AMS-Betreuer, hat eine Liste zusammengestellt, mit deren Hilfe die vier Jungs einen Kabarettabend gestalten sollen. Denn in den Jobs davor - als Totengräber oder Bobfahrer - konnten sie sich nicht lange halten.
So unspektakulär wie die Rahmenhandlung ist auch das Programm. Nichts wirklich Neues oder Schräges, aber das wollen Pepi Hopf, Martin Kosch, Klaus Eckel und Thomas Stipsits ja auch nicht. Sie wollen unterhalten, und das gelingt ihnen zu 100 %. Was sie bieten ist Klamauk der Spitzenklasse. Abwechselnd spielen sie Teile aus ihren jeweiligen Soli sowie Lieder, die sie zu viert bestreiten. So kombinieren sie die unterschiedlichen Stile und Themen zu einer gelungenen Mischung. Ein bunter Abend, der das Beste aus jedem herausholt. Die vier Kabarettisten präsentieren sich als eingespieltes Team, das mit Lust bei der Sache ist. Es macht ihnen sichtlich Spaß, und das überträgt sich auf das Publikum. Besonders eine Gefängnisnummer erweist sich als der Lacher schlechthin.
Gut, nicht immer sind sie ganz textfirm, aber da wird gekonnt drüber improvisiert mit Sätzen wie "Die Pause wird jetzt länger, wir scheißen auf den Hänger". Und auch gegenseitig verschonen sie sich mit bissigen Bemerkungen nicht. Wie schon beim ersten gemeinsamen Programm haben sie ein Ratespiel eingebaut: Diesmal gilt es Lieder anhand des pantomimisch dargestellten Videos zu erkennen. Klaus Eckel fungiert als Spielleiter, Thomas Stipsits und Martin Kosch agieren, und Pepi Hopf stellt die Kulisse dar.
Doch ganz ohne Message wollen sie das Publikum dann doch nicht gehen lassen, und so besingen sie die Stufen der Arbeitslosigkeit und beweisen, dass sich Sozialkritik auch mit Blödelei kombinieren lässt. "Die Lange Nacht des Kabaretts" ist etwas für Zuseher, die mehr wollen. Die vier Komiker spielen so lange, bis das Publikum nicht mehr sitzen kann. Zugaben ohne Ende, bei denen sie sogar beweisen, dass sie würdige Karl Farkas Erben sind. Denn da reimen sie aus vom Publikum zugerufenen Wörtern ein Lied, fast so wie einst der große Meister beim Blitzdichten. Da bleibt man gerne lange sitzen, besonders in der sympathisch-heimeligen Atmosphäre des Theatercafés in Graz, wo die Premiere stattfand.
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