Chaos mit Sinn - Premierenkritik Andreas Rebers

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Künstler

Chaos mit Sinn - Premierenkritik Andreas Rebers

ziemlich dicht
Nebensächlichkeiten

Andreas Rebers‘ Kabarett ist ein Kabarett des Nebensächlichen. Ohne sichtbaren Plan und Handlung irrt er mit dem Publikum im Schlepptau durch seine abstruse Welt. Dabei hüpft er so schnell von einem Thema zum nächsten, dass der Zuseher schon mal kurzzeitig den Überblick verliert.

Seine Model-Ehefrau, die ob ihrer Magerheit gefährdet ist, vom Staubsauger verschluckt zu werden, findet genauso Platz in dem Programm wie Frühlingsrollen, die vom world wide wok per Mail verschickt werden, oder wie eine Mini-Kuh, die von Max Planck per genetischem Fingerabdruck des neuen Tschibo-Schuhs kreiert wurde.

Andreas Rebers redet vor sich hin, stockt dann, um einfach mal ein Liedchen zu singen oder auf seinem Akkordeon "Strapsmaus" ein bisserl zu spielen und redet ganz woanders weiter, oder eben nicht. Alles und nichts ist Thema des Abends, doch nach dem Gehörten befragt, wird wohl keiner der Zuseher genau sagen können, was Andreas Rebers denn nun von sich gegeben hat. Es sind Eindrücke und Interpretationen, die auf die Zuseher von der Bühne runterprasseln, wahllos aneinander gereiht. Roten Faden hat das Programm scheinbar keinen, wohl eher einen unsichtbaren. Denn die vielen Geschichtskreise, die Andreas Rebers anreißt, schließen sich irgendwann ja doch wieder. Meist dann, wenn man schon gar nicht mehr damit gerechnet hat.

Oft grauslich und auch manchmal makaber, was er so erzählt, der Rebers, selten auch (sehr!) langweilig. Doch man hat das Gefühl, dass sogar das gewollt ist, und selbst wenn nicht, welcher andere Kabarettist kann Langweiliges als gewollt verkaufen?

Das Programm philosophelt ordentlich, auch wenn es meist Banalitäten sind, die Andreas Rebers beschäftigen. Doch alles eben anders betrachtet.

Es ist schwer zu beschreiben, worum es nun wirklich geht, doch genau das macht vielleicht den Reiz aus.

Andreas Rebers und sein Kabarett ist einfach genial - Punkt.
Wer sich das nicht ansieht, ist selber schuld!

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