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In Indien hungern die Bäuerinnen und beim Kultur-Point der Fernwärme Wien schleckt eine Frau einen Heizkörper ab.

Das sind so die Dinge, die mir unterkommen. Wenn mir bewusst wird, dass heute ja wieder einmal der Welttag der Frau ist. Am 8. März und heute. Weil sowieso immer Welttag der Frau ist.

In Indien zum Beispiel. Hauptsächlich Frauen arbeiten auf den Feldern. Besitzen tun sie aber nur ein Zehntel. Andererseits: immerhin ein Zehntel. Die österreichischen Frauen wären froh, hätten sie so einen hohen Anteil in der universitären Professorenschaft. Die wiederum streikt. Wahrscheinlich weil die Herren Professoren nicht genug Geld haben, um sich ausreichend Sekretärinnen und Mitarbeiterinnen leisten zu können, die ihre Arbeit erledigen.

Übrigens tun in Indien die Frauen nicht nur arbeiten, sondern auch hungern. Siebzig Prozent, ist in einer Zeitung gestanden, von den Hungernden sind weiblich.

Tag der Frau ist auch in Norwegen. Weil da schätzt sich eine Frau besonders froh: Die kellnernde und alleinerziehende Philosophiestudentin Mette-Marit Tjessem Høiby lernte vor 11 Jahren den dortigen Thronfolger kennen und ist bis heute an seiner Seite. Er hat sie geheiratet, vor neun Jahren, und sie ist bis heute für ihn da. Ob sie immer noch alleinerzieht und kellnert ist dem Artikel im KURIER nicht zu entnehmen.

Auch in Österreich ist Welttag der Frau. Im Mittelpunkt steht zum Beispiel die Ministerin Bandion. Was die aber sicher nicht will. Zuerst muss sie Drecksarbeit verrichten, und dann muss sie sich auch noch die Suderei ihrer politischen Gegner anhören. Naja, hätte ich Ihr auch nicht empfohlen, den Job anzunehmen.

Und zuletzt ist natürlich auch Welttag der Frau im Kultur-Point der Fernwärme. Dort leckt eine Frau an einem Heizkörper, den ganzen langen Tag, auf Video, deshalb geht ihr auch der Speichel nicht aus. Eine Installation des Künstlers Erwin Wurm.

Die Doppelbotschaft entgeht mir nicht: Einerseits wird aufgezeigt, dass die Männer (als Heizkörper), wenn sie sanft umschleimt werden, auch Wärme spenden. Sozusagen die metaphorische Botschaft, die ich aus der Simmeringer Perspektive nur bestätigen kann.

Andererseits werden die Menschen auch angehalten, die Heizkörper mit vollem Einsatz sauber zu halten. Damit in der Heizperiode kein Staub verbrennen kann und der unangenehme Geruch dann in den Räumen hängen bleibt. Leider bleibt diese Arbeit halt auch wieder an uns Frauen hängen…

In diesem Sinn
Wünsche ich noch einen erfüllten Weltfrauentag,
ihre Frau Amalie Kratochwill
 

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