Franz Joseph Moped erstmals auf Solopfaden

Die kurzsichtige Hälfte der Gebrüder Moped versucht sich am Solokabarett. "Eigentlich bin ich eh" heißt das Programm, mit dem Franz Joesph Moped am 30. November im Kabarett Niedermair Premiere feiert. kabarett.at hat ihn zum Interview getroffen.

Nach drei erfolgreichen Programmen im Duo mit seinem Bruder beschreitet Franz Joseph Moped nun erstmals Solopfade. "Eigentlich bin ich eh. Eine Rechtfertigung" erzählt laut Ankündigung die "Geschichte von einem, der es weiß: Video 2000 wird sich durchsetzen, der Mini Disk Player erst recht." Ein wortgewaltiger Abend voll humoriger Selbstironie soll es werden, an dem sich der Protagonist als König der B-Liga entpuppen soll, als Platzhirsch der zweiten Garnitur mit dem ewig falschen Stallgeruch. Wir haben mit Franz Joseph im Vorfeld der Premiere gesprochen und unter anderem erfahren, dass das gesamte Programm auf dem Fahrrad entstanden ist.

Dein erstes Soloprogramm. Nervös?
Aufregend sind Premieren ja immer - egal, ob alleine oder zu zweit. Aber klar: Wenn ich hier etwas versemmle, kann ich’s nicht - wie bei den Gebrüdern Moped – einfach meinem Bruder in die Schuhe schieben. Die erste Vorpremiere ist aber sehr fein gelaufen - auch ohne brüderliche Firewall. Bin guter Dinge eigentlich. Eh.

Könntest du für unsere Leser kurz erklären, womit im Programm zu rechnen ist? Worum geht es?
Es geht ums Dazugehören. Wir alle gehören ja dauernd und vielfach irgendwo dazu. Das ganze Leben ist Bandenbildung. Und genau darum geht’s. Der Typ, der meine Geschichte erzählt, ist weder Held noch Antiheld, sondern sieht sich einfach immer in der falschen Bande.

Der Untertitel lautet "Eine Rechtfertigung". Wofür?
Wer sich in der falschen Bande vermutet, neigt eben dazu, den Weg dorthin zu rechtfertigen. Klingt grausig, ist es auch.

Wie unterscheidet sich die Arbeit als Solokünstler von der Arbeit zu zweit?
Ich hab dieses Programm wirklich erstmals komplett alleine gemacht. Aber das eigentlich Neue für mich war, dass ich dabei keine einzige Zeile notiert habe. Ich habe mir vom Grundkonzept bis zum letzten Feinschliff alles nur im Kopf ausgedacht und gemerkt – und zwar alles und immer beim Radfahren. Dieses Programm ist zur Gänze auf den Radwegen Wiens entstanden.

Im ORF lief vergangene Woche das Finale der "Großen Comedy-Chance". Am Format wurde bekrittelt, dass viele der Teilnehmer keine Newcomer sind, sondern bereits etablierte Künstler. Wie siehst du das? Haben die Gebrüder Moped jemals eine Teilnahme an der Show in Erwägung gezogen?
Klar, viele Kollegen und Kolleginnen wurden angefragt. Und dass da einige auch mitgemacht haben, kann ich schon verstehen. Die Show war offensichtlich eine gute Möglichkeit sich vor vielen Zuseherinnen und Zusehern zu präsentieren. Wir wurden eh auch gefragt, ob wir mitmachen wollen. Die Frage hat aber dankenswerterweise die höhere Gewalt für uns entschieden, da wir zum Zeitpunkt der Castings nicht im Lande waren.

Was sind deine/eure Pläne für 2013?
Mein Hauptprojekt bleiben die Gebrüder Moped. Und die haben viel vor für 2013. Unsere „Jausengegner“ kommen ins Fernsehen und im Frühling feiert unser neues Programm Premiere: „Männerversteher“ am 2. April 2013 im Kabarett Niedermair. Das wird super, ich sag’s euch. Und wenn nicht, kann ich’s zumindest meinem Bruder in die Schuhe schieben.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

"Eigentlich bin ich eh. Eine Rechtfertigung" von und mit Franz Joseph Moped. Premiere am 30. November 2012 um 19:00 Uhr (!) im Kabarett Niedermair. Alle weiteren Termine finden Sie hier. Tickets: www.oeticket.com, 01/96096, www.niedermair.at, 01/4084492.

Interview vom 26.11.2012, 14:35 Uhr · rb
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