"Bis morgen": BlöZinger über das Altern

Das famose Kabarettduo BlöZinger bringt am 14.10. im Kabarett Niedermair das neue Programm "Bis morgen" zur Premiere. Thema ist diesmal das Älterwerden und die damit verbundenen Träume, Sehnsüchte und Ängste. Mehr darüber erzählen Blöchl und Penzinger im Interview mit kabarett.at

„Die ersten vierzig Jahre unseres Lebens liefern den Text, die folgenden dreißig den Kommentar dazu“, schrieb Philosoph Arthur Schopenhauer über das Altern. „Etwas Wahnsinnigeres und Schrägeres – und zugleich die Fantasie Anregenderes – gibt es derzeit kaum im heimischen Kabarett-Genre“, schrieb der Kurier über das Kabarettduo BlöZinger alias Robert Blöchl und Roland Penzinger. Unter Kleinkunstfans und -experten sind die beiden für Ihr perfektes Zusammenspiel auf der Bühne und die blitzschnellen Rollenwechsel bekannt. Dass ein vordergründig eher behäbiges Thema wie das Altern sich für den rasanten BlöZinger-Stil trotzdem eignet, wollen sie im neuen Programm "Bis morgen" unter Beweis stellen. Trotz Probenstress haben sich die Herren für kabarett.at ein wenig Zeit genommen.

 

 

Bald ist die Premiere eures neuen Programms „Bis morgen“. Worum wird es gehen?
Roland Penzinger (RP): Kurz und bündig um die Entwicklung einer Freundschaft zwischen einem alten Mann, Franz, und dem Tod.
Robert Blöchl (RB): Es geht auch um das Bild, das man von älteren Menschen hat, über die Dinge die sie noch dürfen, nicht mehr dürfen und darum, dass es nie zu spät ist um Japanisch zu lernen.

In den letzten Programmen habt ihr euch an „erzählenden“ Motiven orientiert, an der Welt der Märchen, danach an einer Familiengeschichte, und zuletzt habt ihr euch an der Weltliteratur abgearbeitet. Nun folgt mit dem Thema „Älterwerden“ ein eher breiter, offener Gegenstand. Haben wir wieder mit einem narrativ gehaltenen Abend zu rechnen, oder bewegt ihr euch stärker in Richtung Nummernkabarett?
RP: Nummernkabarett?… nein. Es ist wieder eine Geschichte mit den vier Jahreszeiten als rotem Faden, mehr oder weniger.
RB: Natürlich wird es wieder eine Geschichte, diesmal eine Geschichte, die in einem Altersheim und auf der Parkbank vor dem Altersheim spielt.

Hat das Altern als Programmthema auch etwas mit euren eigenen Biographien zu tun?
RP: Naja, vielleicht ein bisschen. Aber für uns war es mehr eine neue Herausforderung, Figuren zu spielen, die doch um vieles älter sind als wir… alleine der Tod: Der „lebt“ schon ewig und länger.
RB: Ich bin jetzt schon einige Jahre als CliniClown in einem Geriatriezentrum in Wien unterwegs, und der regelmäßige Kontakt mit den Menschen dort hat mich sicher mitinspiriert.

Ihr seid schon länger als ein Jahrzehnt als Kabarettduo aktiv, habt vermutlich bessere und schlechtere Zeiten zusammen durchgemacht. Gab bzw. gibt es durch eine so lange und so enge Zusammenarbeit auch Belastungstests für die eigene Freundschaft?
RP: Ja sicher… aber meist sind diese „Tests" - für mich zumindest - eine neue Ebene und Vertiefung unserer Freundschaft.
RB: Reiberein gibt es natürlich, und speziell in der intensiven Phase vor einem neuen Programm, aber wir schaffen das.

Wie beurteilt ihr die Kleinkunstszene im Wandel der Zeit generell? Seht ihr Trends und Entwicklungen? Wird es tendenziell einfacher oder schwieriger, in dieser Branche beruflich tätig zu sein?
RP: Ich glaube es war nie wirklich leicht… besonders wenn man die Kleinkunst zu seiner Haupteinnahmequelle macht. Und Trends, natürlich, dank you tube und Internet. Dieses Medium bietet vielmehr Möglichkeiten, noch mehr und schneller Menschen zu erreichen, aber auch neue Menschen dazu zu bewegen ins Theater zu gehen und es live zu erleben.
RB: Es gibt wieder viele gute junge Kollegen, und die werden genau die gleichen Fehler machen wie wir sie gemacht haben. Nichts wird leichter oder schwerer, manchen fehlt die Geduld, vor nur einer Hand voll Menschen aufzutreten, da sie gerne sofort berühmt werden wollen. Im Endeffekt geht es darum, sich selbst treu zu bleiben und immer zu versuchen, besser zu werden.

In den nächsten zwei Jahren wird der Fokus auf Spielterminen mit „Bis morgen“ liegen, wie ich annehme. Gibt es abgesehen davon noch andere Projekte, die ihr vorhabt, bzw. an denen ihr arbeitet?
RP: Ja sicher aber noch nichts konkretes… außer… ja eben. Aber jetzt werden wir uns einfach mal auf „bis morgen“ konzentrieren… und was sonst noch alles passiert… schauen wir mal dann sehen wir es eh.
RB: First things first...bis morgen :)

Vielen Dank für das Gespräch! 

Die Premiere von BlöZingers neuer Arbeit "Bis morgen" findet am 14.10.2016 im Kabarett Niedermair statt und ist bereits ausverkauft. Alle weiteren Spieltermine finden Sie hier.

Interview vom 13.10.2016, 16:57 Uhr · rb
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