Hauptmann und das Verschwinden der Lehrer

Markus Hauptmann, die kabarettistgewordene Volkschullehrerin, hat ein neues Programm geschrieben. "Ich weiß was du letztes Schuljahr getan hast" handelt vom mysteriösen Verschwinden der Lehrer in einer Schule, in der unerklärliche Dinge vorgehen. Bevor am 24.02. in der Kulisse die Premiere stattfindet, hat sich Hauptmann Zeit für ein Gespräch mit kabarett.at genommen.

 

Markus Hauptmann ist 1,92 groß, kahlköpfig, passionierter Volksschullehrer und Kabarettist aus Leidenschaft. Naheliegend bei dieser Biographie, dass seine Programme thematisch stets in der Schule angesiedelt sind. Mit seinem neuesten Wurf "Ich weiß was du letztes Schuljahr getan hast" kehrt Hauptmann zum von ihm selbst kreiierten Genre des "Bildungskrimis" zurück: Lehrer verschwinden auf unerklärliche Art und Weise. Wohin, das bleibt fraglich: Karibik? Ins Burnout? Oder in einen neuen Job als Korrekturleser bei der Tageszeitung "Österreich"? Ebenso fraglich, ob der Fall überhaupt gelöst werden kann, in einer Schule, in der das einzige pädagogoische Konzept "Überleben" heißt. Wie so oft bei Hauptmann darf sich das Publikum wieder über jede Menge skurril-überzeichneter Schüler- und Lehrercharaktere freuen. Im Interview mit kabarett.at spricht er u. a. über reale Vorbilder seiner Charaktere, die Herausforderungen im echten Schulbetrieb, und verrät exklusive Infos über seinen ewigen Sidekick Georg Huber sowie ein ganz neues Duo-Projekt.

Das neue Programm heißt „Ich weiß was du letztes Schuljahr getan hast“, eine Anspielung auf eine bekannte Horrorfilm-Reihe. Wird es diesmal gruselig?
Ja und wie. Ich hatte beim Schreiben durchgehend Gänsehaut. Phasenweise konnte ich gar nicht am Programm weiterarbeiten, da ich Angst hatte, dass ich paranormal durchknalle. Aber alles ist gut gegangen - ein Hoch auf die Pharmaindustrie.

Worum geht es im Programm, was darf das Publikum erwarten?
Das Programm ist die Fortsetzung von CSI Klassenzimmer, unserem „Bildungskrimi“. War es in dem Programm noch ein Mordfall, verschwinden im Neuen auf mysteriöse Weise die Lehrer einer Volksschule. Und, soweit darf ich es verraten, sie verschwinden nicht in die Karibik oder ins Burnout.

Glaubt man dem Pressetext, spielt die Handlung in einer Schule, in der das einzige pädagogische Konzept „Überleben“ heißt. Wie nahe kommt das der Realität an heimischen Schulen?
Naja, wenn ich an so manche Standorte denke, ziemlich nahe. Ich kenne Kollegen, durchaus auch gestandene, die nach vielen Jahren in der Klasse das Handtuch geschmissen haben. Das Berufsbild hat sich, seit ich Lehrer geworden bin vor 17 Jahren, schon extrem verändert. Das geht mittlerweile wirklich bis in die Volksschulen zurück. Aber ich muss sagen, klopfklopf, ich hatte noch nie irgendwelche Probleme. Gut, mit voller Hose ist gut stinken. Ich bin 1,92m, 90 kg, glatzert und tätowiert - da überlegen sichs die Haserl schon 2 mal :-))

Kommen wir zu deiner zweiten Tätigkeit, abseits der Kleinkunstbühnen, in der du ja tatsächlich als Lehrer arbeitest. Was sind aktuell die größten Herausforderungen im alltäglichen Schulbetrieb?
Klassenbuch schreiben und bei Konferenzen nicht einschlafen.

In deinen Programmen kommen immer wieder Schüler-, aber auch Lehrerfiguren vor, im neuen etwa die Direktorin, die schon morgens den Wodka in das Schulmilchpackerl umfüllt. Inwieweit sind solche Figuren von der Realität inspiriert?
Weißt du was wirklich geil ist? Im Lehrerkollegium an meiner Schule wird, wenn sie meine Programme schauen kommen, immer gerätselt: “Wen von uns könnt er mit der und der Figur gemeint haben?“. Ich werd auch ständig gefragt: “Na komm, mir kannst ja sagen, wer die hackedichte Lehrerin in Wirklichkeit ist!“ Aber ich sag's natürlich nicht. Sowas fördert die Kreativität in den Köpfen meiner Kolleginnen. Und ebenso ihre Wut auf mich :-)

Ein elementarer Faktor in deinen Programmen ist Pianist und „Schüler“ Georg Huber, der sich aber immer im Hintergrund hält. Über ihn weiß man wenig. Kannst du uns ein bisschen was über ihn erzählen?
Wie bitte? Was? Mit mir steht noch wer auf der Bühne? Keine Ahnung wovon du sprichst!?
Nein, der Georg und ich sind ein eingeschweißtes Team seit vielen Jahren. Er ist mein bester Freund, Trauzeuge, Taufpate meiner Tochter und überhaupt brauch ich ihn, weil er der ist, der die Frauen anlocken soll. Quasi der Sexy-Part bei Hauptmann. Ich sprech eher die Intellektuellen an, er die kreischenden Mädels. Die betrunkene Direktorin im neuen Stück verfällt übrigens auch seinem erotischen Äußeren.

Und zum Schluss: Stehen außer dem neuen Programm noch andere Projekte in nächster Zeit am Plan?
Ja das Jahr 2015 hat's tatsächlich voll in sich für mich. Jetzt die Premiere in der Kulisse von „Ich weiß, was du letztes Schuljahr getan hast“ und ab September im Orpheum, du bist quasi der erste der das erfährt, ein gemeinsames Programm von Andreas Ferner und von mir. Es wird „Teamteaching“ heißen, und birgt jetzt schon enorm viel Zündstoff. Der HAK- Professor Ferner prallt auf die Volksschullehrerin Hauptmann. Oder anders formuliert: Zentralmatura trifft auf Gedächtnisübung. Darauf freu ich mich auch schon sehr, weil wir noch nie zusammengearbeitet haben, und uns alleine beim Fotoshooting und Pressetext schreiben schon blöd gelacht haben. Das wird ganz spannend, weil sich Professoren und Volksschulehrer ja eigentlich auf den Tod nicht ausstehen können.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die (ausverkaufte) Premiere von "Ich weiß was du letztes Schuljahr getan hast" von und mit Markus Hauptmann findet am 24.02.2015 in der Wiener Kulisse statt. Alle weiteren Termine finden Sie in unserem Kalender.

 

Hier der Trailer zum neuen Programm:


 

Interview vom 19.02.2015, 11:14 Uhr · rb
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