Gebrüder Moped verstehen die Männer

Ein ausgebrannter Starjournalist und der Portier in dessen Verlagshaus sind die Hauptfiguren in "Männerversteher", der neuen Arbeit der Gebrüder Moped. Im Interview sprachen wir mit Martin und Franz Joseph über das Politische in der Kleinkunst, das Twittern und über die herausgebackene Republik.

Das Aktivitätsspektrum der Gebrüder Moped ist weit. Nicht nur waren sie in den letzten zwei Jahren ausgiebig und sehr erfolgreich mit ihrem Programm "Jausengegner" unterwegs. Auch im Netz sind die Mopeds höchst aktiv: Neben dem eigenen Blog auf gebruedermoped.com gestalten sie gemeinsam mit Meinungsforscher Peter Hajek für das Magazin DATUM einen regelmäßigen Videoblog zu gesellschaftlich und politisch relevanten Themen. Außerdem verfassen sie regelmäßig eine Kolumne für die "Alszeilen", das Magazin des Wiener Sportklubs. Franz Joseph Moped ist zudem begeisterter Twitter-User. Und ganz nebenbei hat er vergangenen Herbst sein erstes Soloprogramm "Eigentlich bin ich eh" präsentiert. Es gibt also jede Menge Gesprächsstoff. Bittesehr:

Spätestens seit dem letzten Programm "Jausengegner", in dem ein Regime das Essen abschafft, steht ihr für eine recht anspruchsvolle Form der Kleinkunst, die zum Mit- und Nachdenken einlädt und das Politische nicht scheut. Zumindest würde ich das so beschreiben. Wie seht ihr das? Wie würdet ihr euer Verständnis von Kabarett beschreiben?
Wir schauen, dass wir es lustig haben. Und oft muss man da gar nicht einmal so weit umher schauen. Aber wir schauen immer, dass wir genau schauen. Und wir lassen uns auch zuschauen dabei. Wenn dann jemand daheim auch noch darüber nachdenken möchte, denken wir uns: super! Und „das Politische“ ist ja das grundsätzliche Interesse für gesellschaftliche Vorgänge. Wer kann dem schon widerstehen?

Im neuen Programm "Männerversteher" kommen zwei ganz unterschiedliche Protagonisten vor. Mit welchen Typen haben wir es hier zu tun?
Grundsätzlich geht’s um Männer – um Männer, die reden. Das gibt bekanntlich generell schon jede Menge her, wenn man an so lebende Leckerbissen des verbalen Outputs denkt, wie etwa Frank Stronach oder Niki Lauda. Wir selber benutzen unsere zwei Protagonisten nur, damit’s nicht so auschaut, als hätten wir mit ihren Schwächen irgendetwas zu tun.

Musikalisch soll es auch wieder zugehen. In der Ankündigung ist von "Verwendungsliedern" als neuer Gattung die Rede. Wollt ihr verraten, was wir davon erwarten können?
Ja, gerne.

Und wofür steht die panierte Silhouette Österreichs am Plakat?
Da geht’s um uns. Um unsere Heimat eben. Österreich könnte doch im Grunde ein so wunderschönes Land sein, wäre es doch nur ordentlich heraus gebacken und hätte auch die Größe, über den Tellerrand schauen zu können.

Der "Standard" hat geschrieben, ihr würdet die klassische Doppelconference reanimieren und ihr neue Facetten abgewinnen. Fließen Aspekte aus der österreichischen Kleinkunstgeschichte in eure Arbeit ein? Habt ihr Vorbilder aus der klassischen Kabarettistengarde?
Ja, wir stehen total auf die Klassiker, die Großen, die wirklichen Eckpfeiler des österreichischen Kleinkunstgeschehens. Auf BlöZinger zum Beispiel. Oder auf Flüsterzweieck.

Ihr seid auch abseits der Bühne als Blogger und in den sozialen Netzwerken aktiv. Unlängst hat es ein Tweet von Franz Joseph sogar in die ORF-Wahl-Sondersendung geschafft. Wie seht ihr euer Social Media-Engagement? PR? Gesellschaftliche Statements? Teil eurer kabarettistischen Tätigkeit?
Die Sache ist ganz einfach: Der Franz Joseph spricht den ganzen Tag. Unentwegt. Und wenn er hin und wieder dafür kurz Luft holen muss, twittert er eben währenddessen. Wir reden generell gerne. Zuhause, im Wirtshaus, auf der Bühne, im Web, … und in Interviews.

Für das Magazin DATUM gestaltet ihr regelmäßig einen Videoblog gemeinsam mit Meinungsforscher Peter Hajek. Könnt ihr kurz erzählen, wie diese Zusammenarbeit entstanden ist?
Wir haben gemeinsam mit dem Peter Hajek Politikwissenschaft studiert: er im Hörsaal, wir in der Mensa. Deshalb ist er jetzt Meinungsforscher und wir haben eine recht forsche Meinung. Nun gehen wir wieder ein Stück des Weges gemeinsam. Ist doch schön, nicht?

Was habt ihr in absehbarer Zukunft für Vorhaben? Wird man einen von euch auch wieder solo erleben?
Im Moment gibt’s nur eines. Und das eben zu zweit. „Männerversteher“ und recht viel Schabernack rundherum. Was danach kommt, werden wir sehen. Die Familie Moped hat noch einiges vor. Solo, im Duo - und wer weiß? Vielleicht haben wir ja noch ein paar weitere Brüder im Talon. Oder auch Schwestern. 

 

"Männerversteher", das neue Programm der Gebrüder Moped, feiert am 2. April 2013 um 19:30 Uhr im Kabarett Niedermair Premiere. Alle weiteren Termine finden Sie in unserem Kalender. Tickets gibt es u. a. bei oeticket.com.

Alle Onlineaktivitäten der Gebrüder Moped finden Sie gesammelt auf gebruedermoped.com. Die Gebrüder Moped auf Twitter finden Sie hier.

Interview vom 21.03.2013, 17:34 Uhr · rb
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