Markus Traxler: "Ich spiele für mein Leben gern..."

Nicht nur auf, sondern auch abseits der Bühne hat es Markus Traxler das Spielen angetan. Da ist es kein Wunder, dass auch das aktuelle Programm "Egoshooter" den Untertitel "Wie das Leben so spielt" trägt. Im Gespräch mit kabarett.at erzählt der gelernte Lehrer über die Faszination des Spiele(n)s, Parallelen zwischen Kabarett und Klassenzimmer und das Spielbrett Welt.

In deinem aktuellen Programm „Egoshooter – Wie das Leben so spielt“ dreht sich alles um das Spiel. Außerdem hast du vor einigen Jahren ein Buch zum Thema „Ball“ geschrieben. Bist du ein verspielter Mensch?
Ja, auf jeden Fall, ich spiele für mein Leben gern. Spiele haben mich schon immer begeistert, die Ballspiele so sehr, dass ich den Bällen ein Buch gewidmet habe – sozusagen mein Einstieg in die „Bälletristik“. Das Kind im Manne ist bei mir also stets gut versorgt.
Mittlerweile hat der Mann allerdings ein neues, interessantes Thema entdeckt: Das Leben als Spiel. Wir, die Spielfiguren, auf dem Spielbrett Welt – gewinnen, verlieren, schummeln, im Gottmodus herumlaufen, eine Runde aussetzen oder ein paar Felder überspringen. Und dann tut sich natürlich auch die alles bewegende Frage auf: Spielen wir selbst, oder werden wir gespielt? Aja, und mit welchem Reset ein Neustart funktioniert, wäre natürlich auch noch zu klären…

Worum geht es in „Egoshooter“?
Da gibt es einmal meine Hauptfigur, den „Maxi“, und der spielt sein Lebensspiel. Zuerst geht es ihm dabei eigentlich recht gut. Mit Humor und Witz gambelt er sich durch sein Leben, seinen Job und in seine Beziehung – der Erfolg scheint vorprogrammiert. Doch dann verliert er sich immer mehr in seinen „Spielereien“ und verliert Schritt für Schritt Job, Familie und Wohnung. Er wird spielsüchtig und flüchtet sich in eine andere, virtuelle Welt. Zuletzt „schießt“ er sich sogar sein Ego weg. Aber es wäre nicht Maxi, wenn er nicht alles auf eine Karte setzen würde und ein Retry versucht. Ob das ein Happy End bringt, sei hier nicht verraten – einfach anschauen, wenn Ihr Lust bekommen habt.

Wie der Protagonist des Programms bist auch du gelernter Lehrer. Gibt es Parallelen zwischen Markus Traxler und dem Maxi aus dem Programm?
Ein Teil von mir findet sich sicherlich in der Figur des Maxis wieder. Aus meiner Erfahrung ist das unvermeidbar, wenn man eine authentische Bühnenfigur entwickeln will. Das kann man im Regelfall nur gut, wenn man einen Bezug zum Thema hat, womit wir wieder beim Spielen sind… Außerdem: Wenn man tatsächlich einen Rennsitz mit Lenkrad, Schaltung und Pedalen zu Hause stehen hat, dann muss das verarbeitet werden :).
Während der Proben hat mich mein Regisseur Werner Brix einmal gefragt, ob mir die Person Maxi, die ja nicht problemfrei durch ihr Leben wandelt, nicht zu nahe geht. Da kann ich glücklicherweise ganz klar mit „Nein“ antworten. Das ist nie der Fall gewesen. Für mich ist Maxi trotz aller Parallelen eine Kunstfigur und Egoshooter eine Kunstwelt – aber sehr real, und das macht es aus meiner Sicht für den Zuseher lustig, nachdenklich und mitreißend zugleich.

Du bist nicht der einzige Kleinkünstler mit Hintergrund als Pädagoge (z. B. Stefan Haider, Harry Granitzer). Glaubst du das ist Zufall, oder gibt es Parallelen zwischen Kabarett und Unterricht?
Wenn selbst Josef Hader früher einmal zumindest Lehrer werden wollte, ist das schon ein Zeichen. Für mich gibt es einige Gemeinsamkeiten zwischen Schule und Kabarett und ich bin überzeugt, dass die Schule für mich sicherlich eine gute Schule war. Da stehst Du alleine vor einem wirklich kritischen Publikum, das merkt sofort, wenn Du nicht gut vorbereitet oder gar unprofessionell bist. Kinder wollen begeistert werden und wenn man das schafft, dann ist Schule wirklich genial. Humor und Lachen helfen dabei auf alle Fälle. Im Gegensatz zur Schule habe ich beim Kabarett glücklicherweise zumeist den Vorteil, dass die Leute freiwilliger bei mir sitzen…

Letztes Jahr hast du den niederösterreichischen Kleinkunstpreis „Wuchtel“ gewonnen. Dieser ist zwar einer der renommiertesten, aber doch auch einer von mittlerweile sehe vielen Preisen. Was bringen deiner Erfahrung nach Preise für die Kabarett-Laufbahn? Hat sich in deiner Laufbahn durch die „Wuchtel“ etwas verändert?
Ehrlich gesagt, ich habe mich einfach wahnsinnig darüber gefreut. Es ist schön einen Preis zu gewinnen, da er eine Bestätigung für die eigene Arbeit und Leistung ist. Ein Gewinn erhöht sicherlich den Bekanntheitsgrad und die Veranstalter werden neugieriger auf die Dinge, die man macht. Für meine Laufbahn finde ich es jedoch noch wichtiger, dass ich mit meinem kompletten Programm überzeuge und ich mir so Schritt für Schritt mein Stammpublikum erarbeite. Denn was bringen mir Besucher, die mich vielleicht wegen des Preises „probieren“, denen dann das Programm aber nicht gefällt und die nie wieder kommen.

Du spielst auch Theater, bist Mitglied der Gruppe sic!. Kannst du uns darüber erzählen?
Es ist immer ein Ziel von mir gewesen, auf der Bühne besser zu werden und Personen und Charaktere glaubwürdig spielen zu können. Ich habe daher Schauspiel-Kurse und Workshops besucht. Einer davon war von Werner Brix. Daraus hat sich die Gruppe sic! gebildet und es ist das Stück „Zur Genüge bösartig“, ein schrilles Kostümstück über die Reichen und Schönen der heutigen Zeit, entstanden. Für mich war das eine ganz neue Erfahrung, andere – und nicht meine eigenen – Texte zu lernen und auch mit anderen Schauspielern auf der Bühne zu stehen. Im Kabarett bin ich ja „Alleinunterhalter“. Die Arbeit mit sic! hat mir enormen Spaß gemacht und sie hat mir für meine persönliche Entwicklung als Kabarettist enorm viel gebracht.

Was sind deine künstlerischen Pläne für die nähere Zukunft?
Derzeit spiele ich den „Egoshooter“ regelmäßig in Wien, dazu kommen Auftritte in den Bundesländern, wo ich jetzt erfreulicherweise immer mehr Termine bekomme. Gleichzeitig sammle ich bereits Ideen für ein neues Programm, das 2014 auf die Bühne kommt. Einen Titel und einige Gags habe ich schon. Aber mehr kann ich jetzt noch nicht verraten…

Wir sind gespannt und bedanken uns für das Gespräch!

 

Weitere Infos zu Markus Traxler und alle Termine finden Sie in unserem Kalender.

Infos zu Markus Traxlers Buch "B.A.L.L." und die Möglichkeit zur Bestellung finden Sie hier

Interview vom 05.02.2013, 16:42 Uhr · rb
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