Die Kabarett-Highlights im Februar 2013

Humormäßig steht ja der zweite Monat des Jahres im Zeichen des Faschings und der verordneten Fröhlichkeit. Doch abseits von Lei Lei und liabsten Waisen gibt es auf den heimischen Kleinkunstbühnen jede Menge High Class-Humor vom Feinsten zu erleben. Lesen Sie hier, worauf Sie sich im Februar kabarettmäßig freuen können.

Viele Premieren, zum Beispiel von Weinzettl & Rudle, Christof Spörk, Gerald Fleischhacker und Nina Hartmann. Der Start der Österreich-Tour von "Keinohrhasen" und ein Festival, das ausschließlich von KabarettistINNEN bespielt wird. Das sind die Ingredienzien, die den kürzesten Monat des Jahres zu einem nicht enden wollenden Fest für Kabarettfreunde machen.

Sie nennen sich "Geronica" und servieren eine "Kalte Platte": Monica Weinzettl und Gerold Rudle wollen in ihrem neuen Programm keine Gnade walten lassen, auch nicht gegenüber sich selbst. In der Ankündigung heißt es: "Nach über 3000 gemeinsamen Vorstellungen, halb so vielen Begrüßungsreden von Bürgermeistern und etwa 2000 mehr oder weniger leckeren kalten Platten ist das Dreamteam der österreichischen Szene zur Erkenntnis gelangt: Das Leben ist wie eine kalte Platte. Die schmackhaften Sachen sind selten, das Meiste ist Käse und der Rest ist Wurscht. Es wird dir nichts auf einem Silbertablett serviert und trotzdem gibt jeder seinen Senf dazu." Weinzettl & Rudle versprechen einen Abend der Ehrlichkeiten für alle auf, vor und hinter der Bühne. Los geht es am 11. Februar mit der Premiere im Orpheum. Alle weiteren Termine finden Sie hier.

Einen ebenfalls kulinarischen Titel hat sich der Mann vom Radio, Gerald Fleischhacker, für sein neues Werk ausgesucht. "Feinkost" hat am 27. Februar in der Kulisse Premiere. Fleischhacker, der vergangenes Jahr mit Frau und Kind die Welt bereist hat, präsentiert einen Stand Up-Abend rund um die Welt. Mit feiner Klinge aufgeschnittene Gags aus dem aktuellen Tagesgeschehen kombiniert er mit Köstlichkeiten aus aller Welt, etwa dem malayischen Dschungel, aus australischen Arztpraxen oder den finsteren Gassen Tokyos. Demnächst in einer Feinkostvitrine in Ihrer Nähe. Übrigens: Mit seinem Kollegen vom Print, Guido Tartarotti, zieht Fleischhacker ab sofort einmal im Monat Bilanz über aktuelle Geschehnisse. Schauplatz: Theater Akzent. Titel: "Letzte Worte". Termine: Hier.

Christof Spörk hat mit seinem letzten Programm "Lieder der Berge" den Österreichischen Kabarettpreis abgestaubt. Seine neue Arbeit heißt "Edelschrott" und kommt nach erfolgreicher Premiere im heimatlichen Graz nun auch im restlichen Österreich zur Aufführung. "Lärmschutzwand-Philosoph" Spörk stellt sich Fragen wie: "Was wäre passiert, wenn 1492 ein Österreicher die Neue Welt entdeckt hätte: 521 Jahre Austroamerika! Große Thaya statt Rio Grande? Edelschrott statt Wallstreet? Und wäre Adolf Hitler dann womöglich doch Maler geworden?" Man darf wie gewohnt mit einem pointenreichen und vor allem musikalischen Programm rechnen. Die Wien-Premiere findet am 19. Februar im Kabarett Niedermair statt. Hier die weiteren Termine.

Einen Bogen zwischen Kabarett und Schauspiel schlägt "Keinohrhasen", die Bühnenversion des gleichnamigen Erfolgsfilms von und mit Til Schweiger. Die romantische Komödie punktet mit einer hochkarätigen Besetzung: Martin Oberhauser und Katharina Schraml geben Ludo und Anna, die beiden völlig konträren Hauptfiguren, die sich anfangs gar nicht mögen, und zwischen denen nach längeren Wirrnissen doch ein zartes Band entsteht. Reinhard Nowak als Paparazzo Moritz und Claudia Rohnefeld als Annas beste Freundin Miriam komplettieren das Ensemble. Die Wien-Premiere von "Keinohrhasen" geht am 12. Februar im Stadtsaal über die Bühne, danach geht es auf Tour durch Österreich. Detailierte Infos, Stimmen der Beteiligten und alle Termine finden Sie hier.

Gleich zu Beginn des Monats stattet der deutsche Star-Comedian Rick Kavanian mal wieder Österreich einen Besuch ab. In "Egostrip" (Ö-Premiere: 5. Februar im Stadtsaal Wien) steht Kavanian vor Gericht. Warum ist zunächst nicht klar, es scheint sich um eine Verschwörung zu handeln. Im Lauf des Prozesses tauchen jede Menge skurriler Charaktere auf, etwas ein indischer Schönheitschirurg, der alle Frauen der Welt zu Lady Gaga umoperieren möchte, ein Hamburger Bio-Lude mit Hang zur Esoterik oder der mediengeile erste Sachse auf dem Mond. "Egostrip" verspricht einen Kinofilm mit Kavanian in allen Rollen, bei dem kein Ego verschont bleibt. Die Termine der Österreich Mini-Tour finden Sie hier.

Das Kabarettistin-gewordene Ex-Model Nina Hartmann hat sein neues Werk im Rahmen einer  Brasilienreise verfasst. Naheliegend also der Titel: in "Brasil" stellt sich Hartmann Fragen wie "Hört die Welt wirklich auf sich zu drehen, wenn man sein Handy verliert? Wie weit muss eine Frau gehen, damit ein Mann mit ihr tanzt oder mit ihr schläft? Gibt’s dafür eine App? Wer pflückt eigentlich meine Bananen?" Antworten darauf gibt es bei den Premieren am 27. Februar im Posthof Linz und am 28. Februar im Wiener Orpheum. Folgetermine hier.

Einer der (völlig zu Unrecht) unterschätztesten Kleinkünstler des Landes ist Gerhard Gradinger. Die namensgebenden "3 V's" in seiner neuen Arbeit stehen für "verliebt, verlobt, verheiratet". Gradinger bescheinigt dieser alten Floskel einen hohen philosophischen Stellenwert, besagt sie doch, dass man nur zu Beginn einer Beziehung verliebt ist. Von dieser Überlegung ausgehend beschäftigt sich der Künstler mit der gewaltigen Frage: Wer oder was ist Liebe? Von dem ambitionierten Unterfangen, eine Antwort darauf zu finden, kann man sich ab dem 25. Februar in der Wiener Gruam ein Bild machen. Doch Gradinger rät zur Vorsicht: "Das Programm verhält sich ähnlich neutralisierend wie Facebook. Es wird so viele Beziehungen trennen, wie es zusammenführt." Wer dieses alles entscheidende Programm sehen möchte, sollte sich rasch um Karten kümmern, denn die Termine sind rar gesät. Überzeugen Sie sich selbst.

Komplettiert wird das fette Februar-Premierenpaket von Gerhard Walter, der mit "Happy End" etwas tut, das viel zu selten geworden ist: Er bezieht sich auf die kleinen, aber umso schöneren Dinge des Lebens. Premiere am 26. Februar im Kabarett Niedermair. Folgetermine hier. In der Kulisse spielt das Duo F.R.O.H. (Freie Radikale ohne H) am 18. Februar zum ersten Mal das Programm "Kabarett nach Vorschrift". Infos und Termine hier.

Ein Festival startet im Februar ebenfalls, und zwar ein sehr wichtiges. Das Kabarettistinnenfestival (25. Februar bis 2. März im KosmosTheater) lässt ausschließlich VertreterINNEN der Kleinkunst zum Zug kommen und beweist, dass das Klischee der männerdominierten Szene veraltet ist. Das Programm ist vielfältig. Neben etablierten Künstlerinnen wie Andrea Händler, Nadja Maleh oder Regina Hofer stehen auch einige noch nicht ganz so bekannte Namen am Programm, etwa Christine Prayon, Aida Loos oder die "Vaginas im Dirndl". Alle Infos zum Festival finden Sie auf der Homepage des KosmosTheaters.

Artikel vom 01.02.2013, 11:38 Uhr · rb
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