"Keinohrhasen" auf Tour durch Österreich

Die Bühnenfassung des Erfolgsfilms feiert nach einer erfolgreichen Spielserie im Sommer letzten Jahres am 12. Februar im Stadtsaal Wien-Premiere. Danach geht es auf Tournee durch Österreich. In den Hauptrollen: Martin Oberhauser, Katharina Schraml, Reinhard Nowak und Claudia Rohnefeld. Wir haben uns mit ihnen unterhalten.

Das ewige Spiel zwischen Mann und Frau - es bietet seit jeher den Stoff für romantische Komödien im Kino und auf der Bühne. Auch Til Schweigers "Keinohrhasen" nahm sich dieses Themas an und wurde einer der ganz großen deutschen Kinoerfolge der 2000er-Jahre. Naheliegend also, dass die Geschichte auch ihren Weg in die Theater gefunden hat. Die österreichische Bühnenversion ist ab dem 12. Februar im Wiener Stadtsaal zu sehen und in Folge in ausgewählten Häusern in den Bundesländern.

Bild: Conny De Beauclair

"Keinohrhasen" erzählt  die Geschichte von Ludo und Anna. Ludo, verkörpert von Martin Oberhauser, ist Klatschreporter und Frauenheld aus Leidenschaft, ständig auf der Jagd nach Sensationen, Skandalen und Boxenludern. Gemeinsam mit seinem Freund Moritz (Reinhard Nowak) nützt er das berufliche Umfeld natürlich auch für private "Jagden". "Zu Beginn ist Ludo jedenfalls ein sehr oberflächlicher Typ", sagt Oberhauser über seine Rolle. "Er glaubt an sein Weltbild, dass Sex und Partnerschaft zwei verschiedene Paar Schuhe sind, die man klar trennen kann. Natürlich verletzt er, aber nicht vorsätzlich. Das macht es nicht besser. Aber er hat halt noch nie die richtige, tiefe Verliebtheit erfahren und wurde dadurch auch nie selbst verletzt. Deswegen lebt er halt so."

Doch dann tritt eine radikale Veränderung in Ludos Leben: Bei einer seiner Recherchen geht etwas schief. Er landet vor Gericht und wird zu 300 Sozialstunden in einem Kindergarten verurteilt. Der Zufall will es, dass dort Anna (Katharina Schraml) das Sagen hat - und die hat noch eine Rechnung aus längst vergangenen Tagen mit Ludo offen. Jetzt ist also die Zeit gekommen für eine späte Rache. Gemeinsam mit ihrer Freundin Miriam (Claudia Rohnefeld) macht sie Ludo das Leben zur Hölle. Es entwickelt sich ein verbissenes Kräftemessen, das sich zum Geschlechterkrieg auswächst, bei dem es schließlich heftig funkt...

Wer ist also diese Anna, die sich zuerst bitter an Ludo rächt, sich aber dann doch in ihn verliebt? Geht sie ihm dadurch nicht erst recht auf den Leim? Katharina Schraml über ihre Rolle: "Wie heißt es so schön? Was sich liebt, das neckt sich... Und ein bisschen verliebt war Anna ja schon als Kind in ihn, auch wenn er so ein Gfrast war. Es ist ja auch alles schon eine Weile her, also kann sie ihm das schon verzeihen. Und weil Ludo sich irgendwann auch ernsthaft für sie interessiert, geht sie ihm ja auch nicht auf den Leim. Eher erobert sie sein Herz."

Claudia Rohnefeld spielt Miriam und bezeichnet sie im Gespräch als "witzige, manchmal schusselige, beste Freundin von Anna. Sie nimmt Dinge in den Mund, die andere nicht mal in die Hand nehmen würden. Sie steht Anna immer mit Rat und Tat zur Seite und ist auch ein bisschen dafür verantwortlich, dass es ein Happy End gibt." Neben Miriam verkörpert Rohnefeld noch eine Reihe an Nebenfiguren. "Ich liebe es, in einem Stück mehrere Charaktere darzustellen, weil so mancher Zuschauer glaubt, dass es auch mehrere Schauspieler sind. Da gibt es mal Lilly, die sehr esoterisch ist. Nina ist sexy, lacht aber sehr blöd. Dörte ist sehr korrekt und deutsch, die Italienerin ist sehr italienisch und die Wiener Kellnerin ist klassisch grantig..."

Als Multitasker einer anderen Art erweist sich derzeit Publikumsliebling Reinhard Nowak: Parallel zu "Keinohrhasen" steht er momentan solo mit dem Jubiläumsprogramm "JUCHUU! - 30 Jahre Nowak" und im aktuellen Heilbutt und Rosen-Stück "Flotter 4er" auf der Bühne. Kommt man bei dem vielen Text und den verschiedenen Rollen nicht durcheinander? "Im Zuge der Wiederaufnahmeproben für 'Keinohrhasen' habe ich jedenfalls bemerkt, dass der Text nach einem halben Jahr fast komplett weg war.", so Nowak. "Aber mittlerweile geht es. Es sind ja zum Glück nicht drei verschiedene Soloprogramme, also nicht ganz so viel Text. Und dass man Rollen wechselt, bringt der Beruf eben mit sich. Wenn ich damit Probleme hätte, wäre es vielleicht gescheiter gewesen, ich wäre doch Bankräuber geworden. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich es trotz vermehrter Demenzanzeichen schaffe. Und die Figuren inspirieren sich ja auch gegenseitig. Das ist der Vorteil daran."

Die Regie des Stücks übernimmt Claudia Jüptner-Jonstorff. Sie hat die schwierige Aufgabe, einen Stoff, der wohl den meistenBild: Conny De Beauclair Zusehern aus dem Kino bekannt ist, auf die Bühne zu transferieren: "Es kann Fluch oder Segen sein, dass so viele Menschen den Film gesehen haben. Ich hoffe, dass niemand erwartet, Til Schweiger oder Nora Tschirner auf der Bühne zu sehen. Ich kann und will das Theaterstück nicht mit dem Film vergleichen. Die Grundidee bleibt erhalten, ansonsten löse ich mich aber von der filmischen Umsetzung. Die vier hervorragenden Schauspieler, mit denen ich zusammenarbeiten darf, helfen mir, mich ganz der Bühnenfassung hinzugeben."

 

Und wie geht Hauptdarsteller Martin Oberhauser damit um, dass er in die Fußstapfen von Superstar Til Schweiger tritt? "Was soll man sagen? Til Schweiger ist Til Schweiger. Beim Versuch, ihn zu kopieren, könnte man nur scheitern. Ich trete also sicher keine Erbschaft an. Ich muss aber zugeben, dass es auch in mir einmal einen Ludo in meiner Jugendzeit gab, wo ich sehr oft nur auf die weibliche Äußerlichkeit fixiert war. Damit habe ich schon einen gewissen persönlichen Bezug zur Rolle." In einem Punkt, so Martin Oberhauser, unterscheidet sich seine Figur elementar von der Filmversion: "Mein Ludo ist Österreicher."

 

Die Wien-Premiere von "Keinohrhasen" findet am 12. Februar 2012 im Wiener Stadtsaal statt.

Weitere Termine:
19., 20. und 21. 02 .2013, 20:00 Uhr, Stadtsaal Wien
22. 02. 2013, 20:00 Uhr, Bühne im Hof, St. Pölten
23. 02. 2013, 19:30 Uhr, Kulturzentrum Mattersburg
24. 02. 2013, 19:30 Uhr, Kulturzentrum Oberschützen
25. 02. 2013, 20:00 Uhr, Orpheum Graz
28. 02. 2013, 20:00 Uhr, OVAL Salzburg

24. 04. 2013, 20:00 Uhr, Rothneusiedlerhof Wien
25. 04. 2013, 20:00 Uhr, Orpheum Wien
26. 04. 2013, 20:00 Uhr, Orpheum Wien

17. 05. 2013, 20:00 Uhr, Universität Klagenfurt
18. 05. 2013, 20:00 Uhr, Casineum Velden
25. 05. 2013, 20:00 Uhr, Alte Werft Korneuburg

Detailierte Ticketinfos zu den einzelnen Terminen finden Sie hier.

 

 

Artikel vom 30.01.2013, 11:56 Uhr · rb
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