Ludwig Müller begründet die "Dönermonarchie"

Geht der polyglotte Sprachakrobat und begnadete Schüttelreimer Ludwig Müller nun unter die Monarchen? Der Titel des neuen Programmes lässt diesen Schluss zu. Heute ist Premiere im Theater Akzent.

Kaum einer in der aktuellen Kleinkunstszene ist so sprachaffin wie Ludwig Müller. Der studierte Jurist beherrscht mehrere Sprachen fließend und ist bekannt dafür, seine Pointen sprachlich bis ins letzte Detail und sehr sorgfältig auszuarbeiten. Damit nicht genug, ist er auch Gründungsmitglied des Vereins der Freunde des Schüttelreims.

Ganz dem Trademark Müllers entsprechend darf man auch im neuen Solo "Dönermonarchie" mit Sprachexzessen par excellence rechnen. Hier die Ankündigung:

"Am Anfang vertrat der im Haus als Herr Müllür angesprochene Bewohner des pulsierenden Multi-Kulti-Viertels rund um den Wiener Brunnenmarkt die österreichische Durchschnittsansicht: Migration ja, aber bitte nur an Werktagen von 8 bis 18Uhr. Soll keiner sagen, wir hätten kein Interesse an fremden Kulturen! Essen tun wir ja alles, selbst diese japanischen Cevapcici aus Reis und kaltem rohen Fisch. Und der Kebap ist dabei, sogar seine rosafarbene, kantige Schwester, das Bollwerk Leberkässemmel aus dem Schnellimbiss zu drängen.

Beim gemeinsamen Tee mit dem Hausmeister Özcan, der nicht nur jedes Türschloss, sondern auch die Herzen verfehdeter Hausgenossen zu öffnen vermag, wird dann die entscheidende Idee geboren: Hatten wir nicht schon einmal den Vielvölkerstaat (und nicht nur einen Vielvöllerstaat ?!) Wie wäre es mit einer Neuauflage der multikulturellen Donaumonarchie, bloß mit einer anderen nationalen Zusammensetzung? Kaiser Franz-Yusuf war schließlich auch polyglott. Sprachkenntnis ist dabei das Erfordernis Nummer eins. Und Ventil für Müllers ausufernden Sprachwitz. Denn nur mit Reim und Scherz kann Müller seiner neuen Aufgabe als Privaterzieher der Özcan-Kinder gerecht werden. Die dem Herrn Magister zum Dank gleich das Du Opfer anbieten. Welcher sich davon nicht beeindrucken lässt und Murat und Bülent kurzerhand die Spitznamen Jambus und Trochäus verpasst. Frei nach dem Motto Gedicht statt Gewalt oder vielmehr Reim-box statt Kickbox.

Und dann sind da noch die disputierfreudigen Nachbarn des Herrn Müller: der kernige Tiroler aus den Kitzbüheler Alpen ebenso wie der ungarische Psychanalytiker oder der spiel- und trinkfreudige KuK-Offizier aus dem kroatischen Split. Die Erkenntnis folgt auf dem Fuß: "Entdecke erst den Balkan in deinem Auge, bevor du den Splitter im Auge des Bruders siehst!"
Eine Metamorphose vom Bock zum Gärtner, vom Herrn Müller zum bay Müllür. Und ungefähr so korrekt wie Deutsch am Brunnenmarkt.

Wer den „Wordaholic“ Ludwig Müller als mit dem Salzburger Stier ausgezeichneten Meister des skurrilen Wortwitzes und Vorsitzenden des legendären Vereins der Freunde des Schüttelreims kennt, wird bei diesem Programm voll auf seine Kosten kommen. Denn Sprache ist Thema Nummer eins, wenn es um die Errichtung der Dönermonarchie geht!"

 

Ludwig Müllers "Dönermonarchie" ist heute, 11. Jänner 2013 im Theater Akzent zum ersten Mal zu sehen. Alle weiteren Termine finden Sie in unserem Kalender. Die nächsten Termine vom Verein der Freunde des Schüttelreims finden Sie hier.

Zur Einstimmung hier noch eine Impression aus dem bisherigen Schaffen von Ludwig Müller:

Artikel vom 11.01.2013, 14:17 Uhr · rb
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