Die Kabarett-Highlights im Februar 2016

"Zuerst die gute Nachricht": Klaus Eckel präsentiert sein neues Soloprogramm, und sorgt damit für eine der am sehnlichsten erwarteten Premieren des Kabarettjahres. Doch das ist nicht das einzig Erfreuliche im Februar: Neuigkeiten gibt es etwa auch von Kleinkunstvogel-Inhaber Berni Wagner, vom Volksschullehrer Markus Hauptmann, dem Chirurgen Omar Sarsam und dem Model Nina Hartmann. Außerdem kann man mit Aleksey Igudesman einen virtuosen Musik-Comedian entdecken. Der kürzeste Monat des Jahres zeigt, wie vielfältig die Kleinkunst ist!

 

Klaus Eckel verkündet "Zuerst die gute Nachricht"

Er ist Träger von Kabarettpreisen aller Sorten und Größen, wird gefeiert von Feuilleton und Publikum gleichermaßen, gern gesehen im Fernsehen wie auf der Bühne, erfolgreich auch als Autor: Klaus Eckel gehört längst zur absoluten Topliga der heimischen Kabarettisten. Besonders beachtlich an seiner Arbeit in den letzten Jahren ist, wie breit er sich künstlerisch aufgestellt hat. Da gab es zum einen sein Soloprogramm "Weltwundern", mit dem er in unzähligen Vorführungen das Publikum begeistern konnte. Im ORF-Fernsehen reüssierte er als Gastgeber der Show "Eckel mit Kanten", in der er das aktuelle Geschehen satirisch kommentierte, aber auch Gästen aus und außerhalb der Szene breiten Raum gab. Damit nicht genug, schrieb Eckel mit "Aprés Ski - Ruhe da oben" ein Ein-Personen-Theaterstück, dessen Vorführungen im Wiener Stadtsaal für Monate ausverkauft waren. Ähnlich verhält es sich nun mit Eckels neuem Solo, für das erst im Herbst wieder Tickets verfügbar sind.

"Sie sind sicher anders!" heißt es in der Ankündigung von "Zuerst die gute Nachricht", und Eckel zielt damit auf das scheinbar herrschende Ideal des Korrekten, des Gesunden und des Vorbildlichen ab: Regelmäßig Zahnseide verwenden, nur fair gehandelten Kaffee trinken, der Mittagsteller stets frei von Gluten und gesättigten Fettsäuren, immer ein Kompliment für den Partner auf den Lippen, und eine unerschütterliche Toleranz gegenüber allen Marotten der pubertierenden Kinder. Natürlich vergönnen Sie Ihrem Nachbarn das größere Haus und den neuen SUV, Sie sind stolz auf die Partei, die Sie zuletzt gewählt haben, bezahlen immer die Sonntagszeitung, parken nie auf dem Gehsteig und haben nicht gewusst, dass man die Putzfrau auch ohne Rechnung bezahlen kann. Und natürlich spenden Sie für Eisbären! Nun - sollte das alles nicht auf Sie zutreffen, dann sind Sie in Klaus Eckels Welt sehr, sehr willkommen! Die Premiere von "Zuerst die gute Nachricht" findet am 10.02.2016 im Wiener Stadtsaal statt. Weitere Termine und Infos hier.


Bitte anschnallen! - Aleksey Igudesman zaubert auf der Violine

Ein Musik-Comedian und Virtuose auf der Violine ist der gebürtige St. Petersburger Aleksey Igudesman. Das Multitalent, das unter anderem die Filmmusik zu "Sherlock Holmes" komponiert hat, widmet sich in seiner Show "Fasten Seatbelts" der verrückten Seite der klassischen Musik. Es ist eine unnachahmliche Verbindung aus Musikalität auf Weltniveau und ganz viel Humor ohne Berührungsängste vor der sogenannten Hochkultur. "Tango del Diabolo" oder "Applemania" heißen seine Kompositionen, mit denen er das Publikum auf eine sehr, sehr komische Reise um die Welt führt. In seiner bisherigen Laufbahn hat Igudesman mit einigen Giganten der Musikwelt zusammengearbeitet, darunter Gideon Kremer, Hans Zimmer oder Billy Joel. Zum Programm erscheint das gleichnamige Album, das er gemeinsam mit der jungen Violinistin Rusanda Panfili im Rahmen einer kleinen, exklusiven Tour der österreichischen Öffentlichkeit präsentiert. Eine Empfehlung, die zu entdecken sich lohnt. Termine: 13.02.2016 in der Bühne im Hof in St. Pölten, 15.02. im Linzer Posthof, 16.02. im Wiener Konzerthaus und 17.02. im Orpheum Graz. Weitere Infos hier.


Berni Wagner kitschig, Sarsam erstmals solo

Als Mühlviertler Kabarettsetzling, der der psychedelischen Sagenwelt Oberösterreichs entstammt, bezeichnet sich Berni Wagner gerne selbst. 2011 ist er im Zuge von Zwangsvorstellungen erstmals auf öffentliche Bühnen geraten, versuchte sich als dreister Dichter, Gunslinger-Songwriter und wirrer Geschichtenerzähler. 2013 kam dann das erste Soloprogramm "Schwammerl", das ihm auf Anhieb den Grazer Kleinkunstvogel bescherte. Aktuell ist Berni Wagner Teil der "Langen Nacht des Kabaretts", und nun gibt es auch sein zweites Solo: Ein Abend für alle, die die Welt verbessern wollen soll es werden, die Wiederverzauberung der Gemeinschaft ab dem ersten Satz. Eine unangefochtene Diktatur des Herzens. Es gibt Hoffnung, Träume, es gibt einen Plan. Nichts wird fehlen, alles wird gut. So weit, so augenzwinkernd dick aufgetragen die Ankündigung für das passend dazu betitelte Programm "Kitsch". Die Regie steuert übrigens Hosea Ratschiller bei, und die Premiere ist an dem Tag, den es nur alle vier Jahre gibt: 29.02.2016, Kabarett Niedermair. Alle weiteren Termine finden Sie in unserem Kalender.

Omar Sarsam ist Kinderchirurg von Beruf, und weite Teile seiner Freizeit hat er in den letzten Jahren im Kabarett Niedermair verbracht, wo er bevorzugt die wochenendliche Late Night-Schiene zu rocken pflegte. Ob im Duo mit Marc Bernhuber, oder als Anführer des dynamischen Ensemble-Projektes Sarsam und Freunde (mit dabei z. B. Gerafi, BlöZinger, ...): Omar Sarsam bescherte dem Publikum immer wiede unkonventionelle, innovative Kleinkunst mit Hang zum Anarchischen. Mit dem Kollegen Bernhuber landete Sarsam quasi im Vorbeigehen den YouTube-Hit "Disco, Disco! Party, Party!" (rund 15 Mio. Aufrufe) mit darauffolgender Club-Tour. Jetzt bringt er mit "Diagnose: Arzt" sein erstes Soloprogramm zur Premiere. Nach längerer Zusammenarbeit mit anderen Ärzten hat er nun festgestellt, dass er selbst einer von den Anderen ist, und setzt sich mit dem eigenen Bereufsstand auseinander. Ein Abend, an dem Omar Sarsam aufdeckt, warum Ärzte manchmal sogar beinahe menschliche Züge annehmen können. Premiere am 09.02.2016 im Kabarett Niedermair. Weitere Termine finden Sie hier.


Hartmann und Hauptmann: Das Modell und die Lehrerin

Die vielleicht beliebteste, ganz sicher aber größte "Volksschullehrerin" der Republik ist zurück auf den Kabarettbühnen: Markus Hauptmann, der sich selbst stets genderne Vertreter des beliebten Genres "Lehrer-Kabarett", bringt mit "Highlights aus der Schule" erstmals ein Best Of seines bisher achtjährigen künstlerischen Schaffens. Warum er das tut? Richtig: Um Geld zu scheffeln ohne Ende. Schließlich ist man ja auch Papa, und die teuren Eliteschulen in der Schweiz wollen finaziert werden. Man will ja sein Kind nicht in eine öffentliche Wiener Schule stecken, in der Lehrer arbeiten, die sich abends dann noch auf Kabarettbühnen stellen. Gemeinsam mit neuem Pianisten Martin Mader gibt es ein Wiedersehen und -hören von Hauptmanns lustigsten Stand Ups, Nummern und Liedern. Premiere am 11.02.2016 in der Kulisse, Folgetermine hier.

Last but not least hat das ehemalige Modell Nina Hartmann ein neues Programm angekündigt. In "Schön, dass es mich gibt" zeigt sich Hartmann von ihrer optimistischen Seite, und beschäftigt sich mit den schönen Dingen des Lebens: Schön ist es etwa, dass es Freundschaft zwischen Mann und Frau gibt, aber auch, dass es die Pille danach gibt. Dass es blindes Vertrauen gibt, aber auch, dass es einen Pin-Code für die Tastensperre gibt. Schön, dass es noch echte Gespräche gibt, aber auch, dass zur Not Facebook und WhatsApp da sind. Schön, dass es nichts gibt, was es nicht gibt. Premiere ist am 23.02.2016 im Orpheum Wien. Alle weiteren Termine finden Sie hier

Artikel vom 05.02.2016, 17:58 Uhr · rb
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