Die Kabarett-Highlights im Dezember 2014

Dem Advent sagt man gemeinhin nach, er sei die stillste Zeit im Jahr. Dies gilt nicht für die Geschehnisse auf den Kleinkunstbühnen - denn dort herrscht auch im Dezember Hochbetrieb. Im Niedermair spielen Severin Groebner und Claus von Wagner die zwei letzten Premieren des Herbstes, während man anderswo schon Bilanz über das zu Ende gehende Jahr zieht.

 

Severin Groebners märchenhafte Gesellschaftsanalyse

Was haben Bauarbeiter und Werbeagenten, Architekten und IT-ler, Politiker und Prostituierte, Konzernchefs und Security-Sheriffs gemeinsam? Genau. Sie sind Teil von Severin Groebners neuem Kabarett-Programm "Vom kleinen Mann, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf g'schissen hat". Seit bald 20 Jahren mischt Groebner in der deutschsprachigen Kleinkunstszene mit. Er ist eine der heimlichen Größen des Fachs, macht nicht polternd am Society-Parkett auf sich aufmerksam, sondern konzentriert sich auf seine Kunst - und das mit einer selten gesehenen Virtuosität. Umso verdienter, dass der Wiener Wahl-Frankfurter 2013 für sein Solo "Servus Piefke" mit dem Österreichischen Kabarettpreis gewürdigt wurde.

Im neuen Programm wirft sich Groebner nun kopfüber in die Gesellschaft und fragt sich: Was soll das? Wer war das? Und was fällt dem eigentlich ein? Überhaupt: Wer sind eigentlich „die da oben“? Und wenn dort „da oben“ ist, wo hört dann „unten“ eigentlich auf? Der Kabarettist nimmt das Publikum mit auf eine aberwitzige Reise vom Elend zur Elite, rauf und runter auf der sozialen Leiter. Ein Abend über Lug und Trug, Zukunft und Vergangenheit, Rock'n'Roll und Kartenspiel und Parkbänke und Freundschaft. Severin Groebner präsentiert sein Kabarett-Märchen von einem der auszog, weil er es wissen wollte, erstmals in Österreich am 11.12.2014 im Kabarett Niedermair. Folgetermine finden Sie in unserem Kalender.

 

Claus Von Wagners "Theorie der feinen Menschen"

Kurz vor Weihnachten beschert uns das Niedermair dann noch die Wien-Premiere des bis dato hierzulande nur Wenigen bekannten Claus von Wagner. Es ist höchste Zeit, dass sich das ändert, eilt dem Münchener und seinem aktuellen Programm "Theorie der feinen Menschen" doch ein ganz hervorragender Ruf voraus. "Im Detail zwar lustig, aber im großen Ganzen wütend und verstörend: Claus von Wagners Stück ist großartiges Generationenkabarett mit dem Tiefgang eines antiken Theaters", schrieb etwa die "Süddeutsche".

Und worum geht es? In erster Linie um Finanzen. Klingt langweilig, ist es aber nicht. Denn von Wagner präsentiert eine Erzählung aus dem tiefsten Inneren unserer feinen Gesellschaft. Sie handelt vom Kampf ums Prestige, Wirtschaftsverbrechen und Business Punks. Eine epische Geschichte von Verrat, Familie und Geld, so als hätte Shakespeare ein Praktikum bei der Deutschen Bank absolviert und eine Komödie darüber geschrieben. Neugierig geworden? Dann sollten Sie sich schnell Karten sichern für die Österreich-Premiere am 19.12. oder den einzigen Folgetermin am 20.12.2014 im Kabarett Niedermair. Weitere Infos finden Sie hier.

 

Stefan Verra: Meister der Körpersprache

Die humorvolle Aufbereitung wissenschaflicher Themen vor Publikum erfreut sich zur Zeit besonderer Beliebtheit. Ein Vertreter dieses Genres ist der Körpersprache-Experte Stefan Verra. Der gebürtige Wiener ist nun mit seiner Bühnenshow "Ertappt! Wenn der Körper spricht" auf kleiner Tour durch Österreich. Darin lüftet er die Geheimnisse der nonverbalen Verständigung. Mit fachmännischem Auge und dem kompetent-komischen Kennerblick enthüllt er jede Mimik und jede Gestik. Das Publikum darf sich auf einen Abend freuen, an dem Verra fleischgewordene Fassaden und theatralische Täuschungsmanöver enthüllt.

Damit neben der Unterhaltung auch der Lernfaktor nicht zu kurz kommt, beantwortet der Experte wichtige Fragen, wie: Welche körpersprachlichen Fallen lauern im Lebens-Alltag? Welche Tücken hält das zwischenmenschliche Balzverhalten parat? Sind die körpersprachlichen Lockrufe von Männlein und Weiblien etwa identisch? Oder sind wir auch hier so unterschiedlich? Ein Abend über das Reden, ohne was zu sagen. Stefan Verra mit "Ertappt! Wenn der Körper spricht" in Wien, Leonding, Graz und Salzburg. Details und Termine finden Sie hier.

 

Kleinkünstlerische Jahresrückblicke

Es ist ein alte Kabarett-Tradition, dass man zum Ende des Jahres Rückschau hält und die Ereignisse der letzten zwölf Monate satirisch Revue passieren lässt. Auch heuer ist das nicht anders, und so trifft sich gleich eine ganze Armada an beliebten Szene-Protagonisten in der Woche zwischen den Jahren (und auch schon vorher). Verena Scheitz, Gerald Fleischhacker, Leo Lukas, Joesi Prokopetz und Guido Tartarotti bitten zum großen Jahresrückblick "Das war 2014 - Ein Jahr im Rückspiegel". Dass dabei alle wichtigen Themen des Jahres zur Sprache kommen, versteht sich von selbst: Die Fußball-WM in Brasilien, das sakndalumwitterte Burgtheater, diverse Wahlen und natürlich der bebartete Wurst-Contest. Egal, wie 2014 bisher war - zu Ende geht es auf jeden Fall mit viel Humor - an diesen Terminen.

Ebenso Tradition hat der Jahresrückblick der Drüber-Reder von maschek. "Das war 2014" versammelt die besten Synchronisationen aus "Willkommen Österreich", bringt aber auch neues, exklusives Material zu Fragen, wie: Was wurde eigentlich aus Michael Spindelegger? Warum wurde Österreich nicht Fußball-Weltmeister? Wo ist Flug MH370 verschwunden? Wer fürchtet sich vor Conchita Wurst? Wann vergeht Werner Faymann das Grinsen? Wie wird 2015? Neben den traditionellen Silvester-Terminen im Wiener Gartenbaukino gibt es auch eine Tour durch die Bundesländer, und zwar an diesen Terminen.

Im Theater am Alsergrund lädt an den ersten drei Donnerstagen im Dezember wieder Bernie Magenbauer zu seinem Jahresrückblick "Unterm Strich". Diesmal hat er sich mit den Gebrüdern Moped prominente Unterstützung geholt, und gemeinsam schnüren sie einen bunten Strauß der Erinnerungen, zum Beispiel an Richard Lugners Traumhochzeit mit seinem Spatzi, und die von Gabalier losgetretene Bundeshymnen-Diskussion. Hier gibt es alle Infos.

 

Silvester im Kabarett

Wer Silvester oder die Tage davor im Kabarett verbringen will, hat auch heuer wieder zahlreiche Möglichkeiten dazu. Ein Hotspot ist wie immer das Konzerthaus, in dem sich in mehreren Sälen Genregrößen die Klinke in die Hand geben. Mit dabei: Klaus Eckel, Andreas Vitásek, Viktor Gernot und Gernot Kulis. Hier geht es zur Übersicht. Im Stadtsaal gibt es zu Silvester eine der letzten Gelegenheiten, den großen Lukas Resetarits mit seinem "UnRuheStand" zu sehen, bevor er 2015 sein neuestes Werk präsentiert. Im Niedermair zeigt I Stangl sein "In Mama war es doch am schönsten". Im Orpheum Wien sorgen die Kernölamazonen für gute Laune, während auf der namensgleichen Grazer Bühne Paul Pizzera ins neue Jahr rockt. Diese und viele andere Silvestertermine im ganzen Land finden Sie hier

An dieser Stelle wünscht kabarett.at eine angenehme, besinnliche und lustige Adventzeit! 

Artikel vom 04.12.2014, 16:40 Uhr · rb
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