Die Kabarett-Highlights im April 2014

Mit dem beginnenden Frühling geht auch die Premierensaison im Kabarett langsam zu Ende. Ein paar Neuheiten bringt der April aber noch: Martin Oberhauser versucht sich erstmals als Solist, das Schweizer Kultduo Ohne Rolf präsentiert sein neues Programm. Und in Graz schlägt wieder die Stunde der Newcomer.

Der 28. Kleinkunstvogel im Grazer Theatercafé

Von den zahlreichen Kabarett-Wettbewerben der Branche ist jener in Graz vielleicht der wichtigste. Fast so alt wie die moderne Szene selbst, stand der Kleinkunstvogel schon oft am Beginn erfolgreicher künstlerischer Laufbahnen seiner Gewinner. Betrachtet man die Ehrentafel bisheriger Sieger, so liest sich diese wie ein A&O der Kabarettwelt: Michael Mittermeier, Martin Puntigam, Christian Hölbling aka Helfried, Schöller & Bacher, Walter/Seidl, Markus Hirtler alias Ermi-Oma, Clemens Maria Schreiner, Paul Pizzera, Marc-Uwe Kling, RaDeschnig, Flüsterzweieck, ... Allesamt ehemalige Preisträger und heute nicht wegzudenkende und gefeierte Kleinkünstler. Wenn es also einen Kabarettpreis gibt, dessen Gewinn einen wirklichen Grundstein für eine erfolgreiche Laufbahn legen kann, dann ist dies der Grazer Kleinkunstvogel.

Nicht minder legendär wie der Preis selbst ist die Location, an der auch in diesem Jahr um die Wette gespielt wird. Das Grazer Theatercafé ist seit Jahrzehnten Herzstück und Keimzelle der Grazer Szene und gemeinsam mit Organisator Simon Pichler immer wieder stolzer Gastgeber des Vogels. Heuer erstreckt sich der Wettbewerb wie gewohnt über drei Vorrunden (09.-11.04.2014), aus deren Teilnehmern fünf bis sechs ins große Finale vorstoßen. Nach der Krönung des Preisträgers von Kleinkunstvogel und Steirerkrone Publikumsvogel (12.04.) konnt es dann am Sonntag (13.04.) zum abschließenden und unbeschwerten Schaulaufen der Finalisten. Man darf also gespannt sein, wer die Nachfolge von Vorjahressieger Bernhard Wagner antritt. Der Grazer Kleinkunstvogel, von 9. bis 13. April 2014 im Hin & Wider, der Kleinkunstbühne im Theatercafé. Infos und Reservierung: www.hinwider.com 

 

"Unferti": Ohne Rolf blättern wieder um

Dass es auch im 21. Jahrhundert noch möglich ist, innovative und so noch nie dagewesene Kleinkunst zu ersinnen, das hat in den vergangenen Jahren das Schweizer Duo Ohne Rolf bewiesen. Jonas Anderhub und Christof Wolfisberg sprechen kaum, sie blättern um - und zwar Plakate, auf denen Texte geschrieben stehen. Das klingt trocken, ist aber verdammt lustig. Neben unzähligen begeisterten Zuschauern hat das kürzlich auch die Jury des Deutschen Kleinkunstpreises zur Kenntnis genommen und den Herren selbigen verliehen.

Mit dem dritten Programm "Unferti" schlägt das Duo nun erstmals in Wien ein neues Kapitel in seiner Laufbahn auf: Eigentlich wollten die Herren ja in Urlaub gehen, um endlich in Ruhe ihre Gedanken zu sortieren und ihr Altpapier zu bündeln. Doch plötzlich wendet sich das Blatt und es entspinnt sich eine Geschichte zweier Blattländer, die ihr plakatives Dasein plötzlich in Frage gestellt sehen... Wien-Premiere am 15. und 16. April 2014 im Stadtsaal Wien. Weitere Infos hier.

 

"My Fall": Oberhausers erstes Solo

Martin Oberhauser, ist vornehmlich bekannt als die eine Hälfte des Beziehungskabarett-Duos Blum & Oberhauser. Wenn er nicht gerade mit Bühnenpartnerin Nina Blum gemeinsam "Schlaflose Nächte" verbringt, widmet er sich ab sofort seinem Solo-Erstling. "My Fall" erzählt die Geschichte eines Mannes, der 18-jährig im Rahmen einer Liebesnacht im Heustadl verunfallt - und 25 Jahre später aus dem Koma erwacht. Im Glauben, dass der Kalte Krieg noch am Brodeln, Waldheim Bundespräsident und Deutschland geteilt ist, muss er nun wohl oder übel die moderne Welt samt Smartphones, E-Mails und Facebook erforschen. Klingt lustig, finden wir! Premiere am 8. April 2014 im Metropoldi. Folgetermine hier.

 

"Carmen... Oder die Würde des Menschen ist ein Scheißdreck!"

Last but not least wird es im Kabarett Niedermair für einen singulären Abend richtig, richtig abgründig: Matthias Egersdörfer, fränkischer Kabarett-Choleriker, hat sich mit Claudia Schulz und Andy Maurice Mueller zusammengetan, um den schwarzen Humor neu zu definieren. Das Resultat nennnt sich "Carmen" und ist ein Drei-Personen-Stück, das äußerst gespaltene Reaktionen hervorgerufen hat - von abartig und menschenverachtend bis hin zu großartig und genial. Die drei Protagonisten überschreiten auf intelligente Art jedes, aber auch wirklich jedes Tabu, blicken tief in menschliche Abgründe hinab und baden dort in seelischen Grausamkeiten. Dem Publikum blüht  - je nach Verfassung - schwere Übelkeit oder Katharsis auf hohem Niveau. Ein Programm, das man nicht so schnell vergessen wird. Wien-Premiere am 12. April 2014 im Kabarett Niedermair. Weitere Infos hier.

Artikel vom 03.04.2014, 13:28 Uhr · rb
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