Die Kabarett-Highlights im Februar 2014

Nach einer kurzen, semesterferienbedingten Pause wartet der zweite Monat des Jahres bereits wieder mit allerlei Neuheiten auf den hiesigen Kleinkunstbühnen auf. Die Saison der Frühjahrspremieren ist im vollen Gang. Im Februar gibt es Frisches u. a. von Andreas Rebers, Blum & Oderhauser, Reinhard Nowak & Christoph Fälbl sowie Angelika Niedetzky.

Andreas Rebers... muss man mögen!

Zutiefst politisch, hochpoetisch und musikalisch virtuos. Dies waren nur einige der Stimmen, mit denen die deutsche Fachpresse kürzlich auf die Premiere von Andreas Rebers neuem Programm reagierte. "Ein genialer Wahnsinn", hieß es in der Süddeutschen über "Rebers muss man mögen", die aktuelle Arbeit des 56-jährigen. Bevor dieser mit seinem Programm ausgiebig durch die Bundesrepublik tourt, konnte er für eine exklusive Österreich-Premiere im Wiener Stadtsaal gewonnen werden.

Wie immer mit im Gepäck: Sein "Waldorf Zarenbourg Piano", ein umweltfreundliches und modernes Instrument, das Rebers als Allzweckwaffe auf seiner Mission dient. Welche das ist? Er möchte weitere Anhänger für seine Glaubensgemeinschaft, die "Schlesischen Bitocken" finden. Deshalb geht er auf Sympathieoffensive, lädt ein zum Gottesdienst in den "Großen Mompel von Boblowitz", um auch die letzten verlorenen Herzen zu erobern.

Darum kommt der Abend in handgeschriebener Schönschrift daher, was wichtig ist in einer Zeit, in der der die digitale Demenz die Handschrift des Menschen verdrängt. Denn ohne Handschrift verliert die Menschheit ihr Gesicht. Und dagegen kämpft Rebers an. Der Erfinder des Schlesischen Hiphops hat neue Lieder geschrieben. Das musste er auch, denn er hat wie kein anderer Lieder im Kampf verloren... Nun gilt es also, sich neu aufzustellen. Und das tut Andreas Rebers mit "Rebers muss man mögen" erstmals in Österreich am 22.02.2014 im Wiener Stadtsaal. Im weiteren Lauf des Frühjahres gibt es dann noch einige weitere Termine.

Einge Tage vor Andreas Rebers gibt es in Wien ein Wiedersehen mit einem Titanen der deutschen Comedy: Rick Kavanian, bekannt auch durch seine Zusammenarbeit mit Michael "Bully" Herbig, ist einmal mehr mit seinem Erfolgsprogramm "Egostrip" zu Gast in Wien. Darin beweist er seine enorme Bandbreite und schlüpft in sämtliche Rollen eine Kinofilms für die Bühne. Es geht um ein zu Beginn sehr diffuses Gerichtsverfahren, wobei nicht einmal klar ist, warum hier angeklagt wird. Was folgt ist ein fulminanter Auftrieb an Zeugen, Verteidigern, Anklägern, Staatsanwälten und dem Richter, denen allen Kavanian Stimme und Gesicht leiht. Wer den schrägen Prozess noch nicht gesehen hat, dem sei ein Besuch im Stadtsaal am 12./13.02. oder in der ARGEkultur Salzburg am 14.02. empfohlen. Weitere Infos hier.


3x2 und ein Hausmann im Orpheum

Besonders stark an der Premierenfront vertreten ist im Februar das Wiener Orpheum, das vier Uraufführungen von insgesamt sieben Künstlern präsentiert. Den Anfang machen Nina Blum und Martin Oberhauser. Nach ihrem ersten gemeinsamen Programm "Sex und Reden" schlüpfen die beiden wieder in ihre Rollen als Marie und Bernd. Nach der turbulenten Kennenlern-Phase im ersten Teil gibt es in "Schlaflose Nächte" Nachwuchs für das Paar. Es geht also um das Thema Eltern werden, das wieder in einer turbulenten Story mit viel Musik abgehandelt wird - inklusive dem verzweifelten Versuch, sich neben Babyyoga, Windelwechseln und Dauerstillen als Paar wiederzufinden. Premiere am 11.02. im Orpheum, Folgetermine der heiteren Gruppentherapie hier.

Ein weiteres Duoprogramm führt die Publikumslieblinge Christoph Fälbl und Reinhard Nowak erstmals gemeinsam auf eine Bühne. Sie setzen sich in "Helden für nix" mit dem bröckelnden Denkmal Mann auseinander. Die Herren der Schöpfung, so heißt es, hätten ihre Glanzzeit hinter sich, leiden unter der Doppelbelastung Autowaschen und Fußballschauen und sterben früher als die Frauen nach einem belanglosen Leben zwischen Hypochondrie und Burnout. Da wird es höchste Zeit, dass Christoph und Reini auf den Plan und in die Fußstapfen ihrer Vorväter treten: Sie stürmen als dichtende Catcher die Wrestling-Arena, demonstrieren, wie man sensibel Frauen einkocht und beweisen, dass auch Männer zur ärztlichen Vorsorgeuntersuchung gehen wollen, wenn man sie zwingt. Premiere am 17.02. im Orpheum. Hier finden Sie die weiteren Termine.

Nahezu "Von 0 auf 100" haben es die Jungs von Flo und Wisch geschafft, als sie mit Hilfe der "Großen Chance" von unbekannten Studenten zu landesweit bekannten Kabarettisten wurden. Nun wird der Name zum Programm, wenn sie ihr zweites abendfüllendes Bühnenwerk präsentieren. "Kinder, wo sind die Zeiten hin...?", heißt es da, und die Protagonisten kommen zum Schluss: "So wie sich im letzten Jahr unser Leben veränderte, hat sich auch Österreich verändert." Dieses neue Lebensgefühl im Land, wie auch bei den Kabarettisten selbst, machen Flo und Wisch zum Thema und wollen mit ihrem eigenständigen, revueartig-musikalischen Stil das Publikum in ihren Bann ziehen. Erstmals tun sie das am 24.02. im Orpheum. Weitere Termine finden Sie hier.

Zu diesen drei Duos gesellt sich Fredi Jirkal als Solist. "TWO and a HOUSEMAN" nennt er sein neues Programm, klar angelehnt an eine nicht ganz unbekannte TV-Sitcom. Es geht um das Leben als Hausmann, das sich natürlich als weitaus schwieriger erweist, als zunächst angenommen. Zwar ist Fredi der Herr im Haus, solange seine beiden Damen in Gestalt von Frau und Tochter nicht anwesend sind. Unbedingt als Vorteil kann man das aber nicht bezeichnen, und so muss er einige bittere Erkenntnisse machen: Etwa, dass Kunstpflanzen auch ohne Wasser ganz gut auskommen, Regeneriersalz kein Gewürz ist, und dass man morgens bei der Tochter den Fön nicht mit dem Handstaubsauger verwechseln sollte... Die Premiere gibt es am 18.02. im Orpheum, danach geht es auf ausgedehnte Tournee.


Angelika bläst den "Niedetzkymarsch"

Last, but not least geht die beliebte Schauspielerin und "Echt fett"-Mitwirkende Angelika Niedetzky mit einem neuen Solo an den Start. Unter dem Motto "Das Leben ist kein Wunschkonzert" heißt sie ihr Publikum zum "Niedetzkymarsch" willkommen und geht dabei mit offenen Augen durchs Leben. Denn dieses schreibt bekanntlich die besten Geschichten, und die wird man zu hören bekommen. Wer also Lust hat, einen Schritt nach vor und zwei zurück zu gehen und die guten Vorsätze bereits mit dem Schlussakord des Neujahrskonzertes über Bord geworfen hat, dem sei ein Besuch am 25.02. im Wiener Stadtsaal ans Herz gelegt. Oder an einem dieser Termine

Artikel vom 06.02.2014, 11:19 Uhr · rb
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