Die Kabarett-Highlights im Oktober 2013

Es wird stressig für Kleinkunstfreunde: Nicht weniger als 19 Premieren stehen im Oktober am Programm. Von Topstars wie Vitásek, Supancic und Maurer, über die liebgewonnenen Szene-Haudegen Pepi Hopf, Robert Mohor und Peter & Tekal bis hin zu den jungen Wilden à la Schreiner, Putz und Ratschiller reicht das Spektrum. Unsere Monatsvorschau schafft den Überblick.

Der Oktober gilt gemeinhin als Premierenmonat schlechthin, und auch in diesem Jahr ist es nicht anders. Ein Blick auf die Liste der Künstler, die demnächst ihre neuen Programme dem Publikum präsentieren, offenbart die wunderschöne Breite, die mittlerweile in der Branche herrscht. Ob man sich eher der leichten Muse zugetan fühlt, musiklastige Stile oder spitzzüngige Satire bevorzugt; ob man einen der Big Player im großen Stadtsaal erleben möchte oder im intimen Theater am Alsergrund nach den Stars der Zukunft Ausschau hält: Kaum ein Wunsch, der unerfüllt bleibt. Begeben Sie sich also auf Entdeckungsreise durch die wunderbare Welt des Kabaretts!

 

Neues von Vitásek, Maurer und Supancic 

Beginnen wir unsere Zusammenschau der Programmstarts mit einem der ganz großen Stars der österreichischen Kleinkunst: Andreas Vitásek hat ein neues, sein zwölftes Soloprogramm geschrieben (Premiere: 8. 10., Rabenhof). "Sekundenschlaf" heißt es, und Vitasek begibt sich gemeinsam mit dem Publikum auf das dünne Eis der Realität mit ihren Sollbruchstellen, Gewinnwarnungen und Paradigmenwechseln. Eine Tour de Farce durch die seelische Provinz soll es werden, der Protagonist besucht seine Ahnen und Namensvettern, trifft auf den Höllenhund Cerberus, er pflanzt Wunderbäume und erklärt die richtige Art, Harakiri zu verüben. Vorübergehend verliert er auch sein Herz. Wenn Sie Ihr Herz an Vitásek bereits verloren haben, oder dies noch tun wollen, dann besuchen Sie ihn an einem dieser Termine.

Ein buchstäblich "Neues Programm" gibt es auch von "Staatskünstler" Thomas Maurer. Einen anderen Titel hat Maurers aktuelle Arbeit nämlich nicht. Er hat den Schritt gewagt, den sich bisher noch keiner seiner Kollegen getraut hat, und trotz aller Warnungen der PR-Brigaden das neue Programm einfach als solches bezeichnet. Basta! Mehr Infos zum "Neuen Programm" gibt es eigentlich noch nicht. Worum es geht, und ob es tatsächlich zum PR-Desaster kommt, erfahren Sie ab dem 14. 10. im Wiener Stadtsaal. Folgetermine hier.

Mike Supancic hat nach der Musik-Tour mit seinen "Los Cravallos" nun ebenfalls wieder ein Solo geschrieben. Ganz allein wird er trotzdem nicht auf der Bühne stehen, denn er ist neuerdings der multiple Mike aus der Zelle nebenan. In "Ich bin nicht allein" hört er Stimmen, und tausend Melodien drirgieren ihn. Ziemlich abgefreakt dürfte es werden, wenn Supancic mehr Antworten aufwirft als es Fragen gibt. Wie immer ist auch die treue Gefährtin Stromgitarre mit dabei, und Supancic wird seine Fans wieder mit dem einen oder anderen Ständchen begeistern. Die ganze Welt ist erstens himmelblau, zweitens eine Bühne, drittens voller Narren, und Mike Supancic ist der Cliniclown. Die erste Besuchszeit ist am 2. 10. um 20:00 Uhr im Stadtsaal Wien. Weitere gibt es hier.

 

Hopf sozial, Peter & Tekal medizinisch, Mohor pur und Die Echten filmreif

"danke, sehr sozial" sagt Pepi Hopf und beschäftigt sich in seiner neuesten Arbeit mit dem Zustand der Welt, der ein recht einfacher geworden ist: Geiz ist geil, Axe macht geil und man kann sich nicht auf die Großzügigkeit seiner Kinder verlassen. Basta. In der postmodernen Welt heißt es jeder gegen jeden. Aber keine Angst, es gibt keine Verlierer, nur "Freigesetzte"... Wenngleich Pepi Hopf die Welt noch nicht stark verändert hat mit seinem bisherigen Schaffen, so bleibt er dennoch aufrecht und setzt sein Lebensstudium fort. Ein Abend für alle, die trotzdem die Rettungsgasse bilden, die Börsenkurse nicht für die neuen 10 Gebote halten und der Meinung sind, dass Wortkreationen wie „ bildungsferne Schichten“ von „intelligenzfernen Schichten“ erfunden werden. Los geht's bereits am 1. 10. im Kabarett Niedermair. Weitere Termine finden Sie hier.

Im Genre des Medizinkabaretts gibt es Neues von Peter & Tekal. Der eine studierter Allgemeinmediziner, der andere Kommunikationswissenschafter und gelernter Hypochonder, präsentieren die beiden seit Jahren die lustigen Seiten des krank Seins und gesund Werdens. „Verarzten kann ich mich selber" heißt das neue Werk und Peter & Tekal versprechen, sich zu 100% für die Patienten ins Zeug zu legen – und mindestens genauso stark für die Ärzte. Denn das Gesundheitssystem gedeiht nur dann, wenn beide Seiten nicht den Spaß daran verlieren. Ordinationseröffnung am 9. 10. Im Orpheum. Weitere Sprechstunden an diesen Terminen.

Robert Mohor hat länger nicht mehr viel von sich hören lassen. Mit anderen Projekten beschäftigt, war er nur selten auf der Bühne zu erleben. Nun kehrt er zurück mit einem Programm, das laut Pressetext gar keines ist. Ohne fixes Skript verspricht Mohor einen Abend der Neuigkeiten, der Überraschungen. Passend zum Titel „Pur…“ verzichtet er auf aufwändige Technik. Was bleibt, ist ein Mann, eine Bühne und sein Publikum. Jede Menge Themen, Pointen und herzhaftes Lachen. Mohor pur, eben. Premiere am 21. 10. in der Kulisse. Folgetermine hier.

Im Zeichen legendärer Filme, Stars und dem Glamour von „Hollywood“ steht das neue Programm von den Echten. Die vier Vokalartisten stellen die Filmgeschichte auf den Kopf und geben die Antwort auf die brennende Frage: „Was wäre, wenn…?“ Wir erfahren also, warum Rocky 30 Jahre danach in Russland lebt und “high in der Taiga” ist, was die Pretty Woman wirklich vom Pferdeflüsterer wollte und wie James Bond die Titanic mit dem König der Löwen gerettet hätte. Neuinterpretaionen der beliebtesten Film-Hits der Geschichte mit dem echten „Verhört-Effekt“. Premiere am 7. 10. im Orpheum. Den weiteren Drehplan finden Sie hier.

 

Scheitz erstmals solo, Pöchacker & Paschke auf den Hund gekommen

Zwei ehemalige Frauen ohne Gedächtnis kehren ebenfalls auf die Kabarettbühne zurück. Verena Scheitz setzt sich in ihrem ersten Solo mit Dingen auseinander, die nur einmal im Leben passieren sollten. Angefangen bei der Geburt (an die sich Scheitz angeblich noch recht gut erinnern kann), gehören dazu auch Erlebnisse wie Speeddaten, wenn man stottert, einem Griechen Geld borgen oder Bungee-Jumping mit einem zu langen Seil. Verena Scheitz und ihr Solodebut „Scheitz dir nix“ erstmals am 16.10. im Orpheum Wien. Folgetermine hier.

Steffi Paschke, ehemalige Bühnenpartnerin von Scheitz, hat sich nun mit Susanne Pöchacker zusammengefunden, und gemeinsam widmen sie ein Programm unseren liebsten Vierbeinern. Um Hunde und ihre Menschen soll es also gehen in „Na Hund?!“, und die beiden Damen werden Fragen erörtern wie: Warum werden Hund und Herrl über die Jahre immer ähnlicher? Kann man Hundeerziehung auch bei Menschen anwenden? Bleibt der Partner an Schleppleine eher treu? Sollte es auch Menschenfreilaufzonen geben? Wieso hören Hunde einen weit entfernten Vogel, aber nicht den Pfiff des Besitzers? Was denken unsere Hunde über uns? Alle Antworten ab 30. 10. (Kulissse). Weitere Termine hier.

 

Schreiner auf Reisen, Ratschiller remixed, Sedivy wählbar, Schienentröster einsam

Auf „Neuland“ hat sich Clemens Maria Schreiner begeben. Nach seinem erfolgreichen Karrierestart hat ihm, so will es die Legende, ein alter Kollege gesagt: „Es gibt nur drei Sorten Pointen: schlechte, mittlere und alte.“ Soweit desillusioniert, lässt Schreiner die Bühne hinter sich, um die Welt zu bereisen, auf der Suche nach der Urwuchtel, dem Quell aller Komik. Also jagt er durch die heiligen Stätten des Humors (Rio, Peking, Villach), durchquert kabarettistisches Neu- und Niemandsland, rettet mehrmals fast die Welt und verpasst die Sommerzeitumstellung. Nun ist er zurück und hat die ultimative Pointe mit im Gepäck. Premiere am 1. 10. im Theatercafé Graz, Wien-Premiere am 30. 10. im Niedermair. Folgetermine hier.

Hosea Ratschiller, der Träger des Österreichischen Kabarett-Förderpreises 2012, arbeitet derzeit noch an seinem neuen Programm. Bis dahin spielt er an einigen Abenden ein Remix seiner bisher 15-jährigen Tätigkeit als Komiker und tritt dabei in einer für ihn ungewöhnlichen Rolle auf, nämlich als er selbst. Natürlich interessiert das auch einige seiner Figuren, und deshalb werden wir erfahren, was der schrullige FM4 Ombudsmann, der dämonische Flirttrainer Florian Finster oder das strunzdumme „Rich Kid“ Jessica Rufy dazu sagen. „HEUTE: Hosea Ratschiller“ feiert Premiere am 19. 10. im Kabarett Niedermair. Weiters an diesen Terminen.

Parodist und Stimmenimitator Alexander Sedivy präsentiert ebenfalls eine Art Best Of-Programm, setzt dabei aber auf direkte „Comedy-Demokrady“. Das werte Publikum darf also abstimmen, welche Nummern Sedivy erneut zum Besten gibt. Zur Wahl stehen Figuren wie der Sicherheitsfachmann Ity Secur, die Brüder Herbert und Hubert Insel, Semino Rossi, der Kasperl, Dr. Kurt Ostbahn, Fussballstars wie Hans Krankl oder Paul Scharner 2.0 und viele mehr. „Wählt Sedivy!“, ab 8. 10. in der Kulisse. Weitere Wahlabende finden Sie hier.

Einsam geworden ist es unterdessen um die Schienentröster. Einst ein Trio, dann zu zweit unterwegs, schlägt sich Daniel Lenz nun alleine durch, und heißt jetzt konsequenterweise Der Schienentröster. Entsprechend dieser neuen künstlerischen Lebenssituation hat er sein Programm „BeziehungsWAISE“ genannt. Wer jetzt befürchtet, das X-te Paar- und Beziehungskabarett zu erleben, dem können wir Entwarnung geben. Denn hier geht es um die einzig wahren Beziehungen, wie z.B. zu Facebook, zur Lieblings – Fernsehserie, zu Stubenfliegen, zu Kinderbüchern, zum Songcontest, zu Satanisten, zu Rocky Balboa, … Erstmals zu sehen am 1. 10. Im Treibhaus Innsbruck. Die Wien-Premiere gibt es dann am 10. 10. im Niedermair und weiter geht es an diesen Terminen.

 

Putz heldenhaft, Winkler & Feistritzer verflucht, Bandl verbandlt, Wagner Debutprogramm

Robert Putz ist amtierender Träger des Goldenen Neulingsnagels und seit früher Kindheit fasziniert von Superhelden. Zeit also, selbst einer zu werden. Genau das tut Putz in seinem zweiten Soloprogramm, und er merkt, dass dies gar nicht so einfach ist. Immerhin lässt sich das Heldendasein nicht so gut mit einer Beziehung vereinbaren und auch die berufliche Laufbahn hat zu leiden. Hilft er mit seinen Taten tatsächlich der Menschheit? Gut gemeint muss nicht immer gut bedeuten. Darf er sich nun tatsächlich in den elitären Kreis der Superhelden zählen, oder bleibt er „Ein gewöhnlicher Held“? Die Antwort gibt es erstmals am 15. 10. im Theater am Alsergrund und danach an diesen Terminen.

Gruselig wird es bei der neuen Arbeit von Winkler & Feistritzer. Das Setting: Im kärntnerischen Schlatzing findet die traditionelle Schlatzinger Hausmesse statt. Fein herausgeputzt hat sich der Ort, und die beiden Kabarettisten sind engagiert, um die Laudatio auf den großen Local Hero Johann „Barbossa“ Petutschnig zu halten. Soweit, so gut, dem Fest steht nichts mehr im Weg. Bis merkwürdige Dinge geschehen. Der Zutzbauer hat die Kleinkünstler vor 10 Jahren gewarnt: „Hearts auf mit dem Kas, sunst passiert a Unglück.“ Ob die Prophezeiung eintreffen wird, erfahren Sie ab dem 18. 10. in der Gruam bei „Pirates of the Carinthian – Fluch von Schlatzing“. Folgetermine hier.

Klaus Bandl, einem breiteren Publikum auch durch seine Teilnahme an der „Großen Comedy-Chance“ beim ORF bekannt, präsentiert am 9. 10. im Wiener Schikaneder-Kino sein neues Solo „verBANDLt“. Darin präsentiert er sich vielseitig, denn im Pressetext heißt es: Es gibt sportliche, intelligente, hübsche und auch interessante Männer. Und es gibt Klaus. Klaus hat von jedem etwas. Nur was, das ist die Frage. Eine Antwort darauf gibt es vielleicht an einem dieser Termine.

Ein ganz junges, aber bereits hochdekoriertes Talent ist Bernhard Wagner. Er hat den legendären Grazer Kleinkunstvogel gewonnen und will nun mit seinem ersten Soloprogramm durchstarten. Es heißt „Schwammerl“, und außer dem Titel sind leider noch keine weiteren Infos zu uns durchgedrungen. Man darf also gespannt sein, was Wagner am 24. 10. im Café Benno für ein erlesenes Pilzgericht serviert. Folgetermine hier.

 

Rebers und Schröder: Illustre Gäste aus Deutschland

Österreich-Premieren gibt es im Oktober auch von zwei sehr empfehlenswerten Gästen aus Deutschland: Andreas Rebers präsentiert sein Best Of Programm namens „Déjà-vu“ erstmals in Österreich am 17. 10. im Kabarett Niedermair. Rebers hat sein hirschteppichbedecktes E-Piano mit und wird mit seiner weder Bass- noch Bariton-, sondern barrique-Stimme für musikalische Extravaganzen sorgen. Arbeiterlieder in der Tradition Brecht und Bohlen, politische Chansons und auch die Liebe findet Raum in Rebers Bestiarium. Ein musikalisch-satirischer Abend der Spitzenklasse. Große Empfehlung unsererseits! Hier finden Sie die Termine.

Last but not least sei an dieser Stelle auf Florian Schröder hingewiesen. Er kommt erstmals mit seiner Show „Offen für alles und nicht ganz dicht“ nach Österreich und stellt den Abend unter das Motto der Völkerverständigung zwischen den Generationen. Wer unter 39 ist, wird sich und seine Generation am Ende des Programms endgültig verstanden haben. Wer älter ist, wird endlich verstehen, warum ihre/seine Nichten, Neffen, Halbschwestern, Halbbrüder und der Rest der Patchwork-Familie so ist wie sie sind. Ein die Augen öffnender Abend also. Ö-Premiere am 22. 10. im Kabarett Niedermair. Weitere Termine finden Sie hier

Artikel vom 01.10.2013, 17:08 Uhr · rb
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