Severin Groebner gewinnt Kabarettpreis 2013

Der aus Wien stammende Wahldeutsche Severin Groebner gewinnt den Österreichischen Kabarettpreis 2013. Seine aktuelle Arbeit "Servus Piefke" überzeugte die Jury. Der Förderpreis geht an BlöZinger und ihr Programm "ErIch", der Sonderpreis an die Science Busters.

Severin Groebner  "gelingt es [...] auf scharfsinnige und hochamüsante Weise, der Beziehungskiste zwischen Deutschen und Österreichern neue Facetten und Perspektiven abzugewinnen. Als Exil-Wiener und Wahl-Frankfurter illlustriert er die Eigentümlichkeiten der Deutschen mit originellen und genüsslich ins Groteske fortgestrickten Begegnungen und Erlebnissen." So begründet die Jury die Vergabe des Österreichischen Kabarettpreises an den 44-jährigen, der seit 1999 in Deutschland lebt.

Als Grenzgänger nicht nur zwischen Österreich und Deutschland, sondern auch zwischen Humor und Musik, zwischen Pointen und Poesie, ist Groebner längst kein Unbekannter mehr in der Szene. Bereits in den Neunzigerjahren bildete er gemeinsam mit Klaus Gröll das Musikkabarett-Duo Gröll & Groebner. Seit 1999 und dem Umzug zuerst nach München und dann weiter nach Frankfurt folgten sechs Soloprogramme und zahlreiche Auszeichnungen (z. B. Österreichischer Kabarettpreis "Karl" 2001, Salzburger Stier 2004). In der freien Zeit widmete sich Groebner immer wieder der Schauspielerei, in erster Linie am Münchner Lustspielhaus, sowie einer Tätigkeit als Autor. Der mit 5001,- Euro dotierte Österreichische Kabarettpreis markiert nun ein weiteres Highlight in Groebners Karriere.

Von einem Highlight des aktuellen Kleinkunstgeschehens kann man auch beim aktuellen Stück von Robert Blöchl  und Roland Penzinger alias BlöZinger sprechen. In "ErIch" zaubern die beiden ein Familiendrama in Form eines völlig abgefreakten Roadmovies auf die Bühne, in dem sie in fast ein Dutzend verschiedener Rollen schlüpfen und zudem alle notwendigen Requisiten pantomimisch darstellen. Das beeindruckte auch die Jury: "Jede Geste sitzt, jede Pointe auch. In 'ErIch' führen die Kabarettisten das Thema Familie in absurde Höhen und irrwitzige Tiefen: Es geht um die Entführung der Asche des verstorbenen Vaters in einer Keksdose. Auch wenn es bei den perfekt einstudierten Szene- und Figurenwechseln zu kleinen Missgeschicken kommt, haben BlöZinger die Routine und den Charme, aus genau diesen Fehlern das Highlight eine Kabarettabends zu machen."

Robert Blöchl und Roland Penzinger sind seit 2004 gemeinsam als "BlöZinger" auf Österreichs Kleinkunstbühnen tätig. Beider künstlerischer Hintergrund liegt in der Clownerie- und Impro-Szene. Diese Erfahrungen seien essentiell für das richtige Timing und die Fähigkeit, mit einfachsten Mitteln Bilder auf der Bühne entstehen zu lassen, wie die beiden kürzlich in einem Interview mit kabarett.at sagten (nachzulesen hier). "ErIch" ist das fünfte Programm des Duos, das sich im Lauf seiner künstlerischen Entwicklung bereits mehrere Preise erspielen konnte (z. B. Goldener Kleinkunstnagel 2011). Der Förderpreis ist mit 4999,- Euro dotiert.

Neben den beiden Hauptpreisen wird seit 2011 auch ein weiterer, undotierter Sonderpreis verliehen. Er geht an Menschen, die sich um Satire in Österreich und dem deutschsprachigen Raum verdient gemacht haben. In diesem Jahr dürfen sich die Science Busters über diese besondere Auszeichnung freuen.

Der Österreichische Kabarettpreis wird gesponsort von BAWAG P.S.K., dem Kulturstadtrat Wien, sowie der HDI Versicherung.

Die Preisverleihung findet am 27. November 2013 um 20:00 Uhr im MuTh Theater, Obere Ausgartenstraße 1E, 1020 Wien unter der Moderation von Christoph Wagner-Trenkwitz statt. Laudatoren: Leo Lukas, Günther Lainer. Tickets & Infos: www.muth.at

Sie wollen die Gewinner live erleben? In unserem Kalender finden Sie die aktuellen Spieltermine von Severin Groebner und BlöZinger. Ein Interview mit BlöZinger finden Sie hier.

Artikel vom 21.08.2013, 11:47 Uhr · rb
Kommentare...
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Wien
1 Beitrag
Beitrag vom 26.11.2013, 17:39 Uhr:

der österreichische kabarettpreis wird ausgerechnet in der sängerknaben-halle überreicht. was kommt als nächstes? ein friedenspreis auf dem schlachtfeld?

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