Die Kabarett-Highlights im März 2013

Neben den ersten Frühlingstagen bringt der März eine Fortsetzung der heuer besonders dicht gedrängten Premierensaison. Mit neuen Programmen sind u. a. Joesi Prokopetz, Isabella Woldrich und Andreas Ferner zu sehen. Außerdem besuchen einige spannende Künstler aus Deutschland die heimischen Bühnen. Und in Klagenfurt und Wr. Neustadt startet jeweils der Kabarettfrühling.

Premieren

Seit mehr als 40 Jahren gehört Joesi Prokopetz zu den Protagonisten der heimischen Kulturszene. Ob als Texter mehrerer Wolfgang Ambros-Hits (Da Hofa, Zentralfriedhof, ...), Mitautor beim legendären Watzmann, ob mit der Kultband DÖF oder in seinen zahlreichen Kabarettsolos - Prokopetz hat die kleine und große Kunst geprägt. Nun erfindet er sich ein weiteres Mal neu und geht mit "Die Schöpfung - Eine Beschwerde" auf Tour. Darin kommt er zur Erkenntnis, dass die Natur unser Feind, "natur pur" sogar lebensbedrohlich ist. Er bringt entlarvende Wahrheiten auf den Tisch - etwa dass wir gut ein Drittel unseres Erbgutes mit der Kartoffel gemein haben. Er sinniert über hässliche Tiere wie den Schlitzrüssler und fragt sich, warum es ständig "menschelt", obwohl es doch eigentlich "trotteln" heißen müsste. Außerdem kündigt Prokopetz an, endlich die Urszene der Comedy gefunden zu haben. Es ist also jeden Menge los, wenn Prokopetz ab dem 11. März (Premiere im Orpheum) seine neueste Arbeit präsentiert. Hier finden Sie alle Termine.

Dass Psychologie und Kabarett in einer gewissen Nähe zueinander stehen, ist bekannt. Sucht man die Schnittmenge der beiden Disziplinen, so landet man unweigerlich bei Isabella Woldrich. Die gelernte klinische und Gesundheitspychologin konnte mit ihrem Debut "Artgerechte Männerhaltung" eine lange Erfolgsserie verbuchen. Nur logisch also, dass sie ihrer Interpretation von Beziehungskabarett treu bleibt und nun mit "Artgerechte Frauenhaltung" einen draufsetzt. Sie stürzt sich wieder in den Kampf der Geschlechter und analysiert, wie sich dieser in Zeiten von gebildeten, unabhängigen und anspruchsvollen Frauen geändert hat. Woldrich erzählt von Machos und Frauenflüsterern, Wasserbüffeln und Elfen und erklärt warum ein übervoller Mülleimer das weibliche Verlangen tötet. Nach einigen Auftritten in den Bundesländern kommt es am 4. März im Orpheum zur Wien-Premiere. Folgetermine hier.

Den seltenen Titel "Lehrer des Jahres" darf Andreas Ferner sein eigen Nennen. Vergangenes Jahr erhielt er diese Auszeichnung von der Wiener Gesellschaft für Bildungspolitik. Erfolg hat Ferner aber nicht nur in den Klassenzimmern, sondern auch auf Kleinkunstbühnen: "Schule, oida!" nennt sich sein neues Programm. Für einen Abend bricht er das Konferenzgeheimnis und stellt sich heroisch der generation i-blöd. Trotz Facebook, Smartphones und Killer-App meister er - eisern den 10 Geboten des Lehrkörpers folgend - sein Pädagogen-Dasein zwischen Gangaufsicht, Elternsprechtagen und Pausenbrot. Semesterbeginn ist am 18. März in der Kulisse. Weitere Unterrichtseinheiten finden Sie hier.

"Männerversteher" heißt das vierte Programm der Gebrüder Moped. Als Hauptfiguren treten ein ausgebrannter Starjournalist und der völlig entspannte zweite Portier des Verlagshauses auf. Der Eine weiß alles. Der Andere besser. Der Eine versteht die Welt nicht mehr, der Andere die Welt - und nicht mehr. Nun überredet der Pförtner den Schreiberling, eine Erholungsreise anzutreten und was dann folgt ist der ganz normale Lebensfilm zweier Prototyp-Protagonisten - mit etwas Werbung dazwischen. Nach Vorpremieren in Strasshof (23. März) und der Wiener Gruam (25. März) gibt es am 2. April die Premiere im Niedermair. Hier alle weiteren Termine.

 

Besuch aus Deutschland

Einige interessante Gäste aus unserem nördlichen Nachbarland geben sich im März die Ehre. Den Anfang macht Anton Grübener, Gewinner der Quatsch Comedy Club Talentschmiede und des Kabarett Kaktus. Bei einem seiner seltenen Wien- Auftritte präsentiert er sein Programm "Der Bart ist ab - Mach doch mal was lustiges!". Als Vortragskünstler der alten Schule ist es Grübener völlig egal, ob das Private politisch ist oder umgekehrt. Vieles im Leben erscheint so sonderbar, dass es erst auf der Bühne begriffen werden kann. Frauen, Männer, aber auch Tiere sollen sich in seinem Programm wiedererkennen, zum Teil sogar verstanden fühlen. Wäre Humor eine Katze, Grübener wäre ein Schnurrhaar davon. Achtung: Einziger Österreich-Auftritt am 9. März um 22:00 Uhr im Kabarett Niedermair. Weitere Infos hier.

Uta Köbernick ist hierzulande durch ihre Zusammenarbeit mit Gunkl in "Sonnenschein und Welt" bekannt geworden. Dass die aus Berlin stammende und in der Schweiz lebende Liedermacherin auch solo äußerst sehenswert ist, davon kann man sich bald in Salzburg, Graz, Linz und Wien überzeugen. In "auch nicht schlimmer" singt Uta Köbernick "Rabenlieder" unter dem Motto: "Wegschauen hilft leider nicht, da sieht's nämlich auch nicht besser aus." In ihren virtuosen Liedern verschmelzen Gewinn und Verlust, Erkenntnis und Verzweiflung, Ernst und Humor. In der Ankündigung schreibt Köbernick: "Kommen Sie nur, und lassen Sie sich herzlich enttäuschen, und das im besten Sinne des Wortes". Gelegenheit dazu gibt es am 12. 3. in der ARGE Kultur Salzburg, am 13. 3. Im Theatercafé Graz, am 14. 3. im Kabarett Niedermair und am 15. 3. im Posthof Linz. Weitere Infos hier.

Erstmals zu Gast in Österreich ist Horst Evers. "Schwitzen ist, wenn Muskeln weinen" heißt sein neues Programm, und es geht um die Flexibilität, die heutzutage anscheinend so gefragt ist. Das jedenfalls denkt sich Evers auch immer, und packt bei Regen erstmal das Shampoo aus, um sich genüsslich die Haare zu waschen. Schnell ist sie geworden, die heutige Zeit, alles verändert sich. Waren vor kurzem Industriefeinmetallfräser gesucht, so können es morgen schon Ärzte sein, an denen es mangelt. Nun hat Evers aber keine großen Ratschläge zu bieten, wie es die vielen Experten tun. Stattdessen singt, liest und erzählt er viele kleine Geschichten aus dem Hier und Jetzt. Sehr komische Geschichten, wohlgemerkt. Zu erleben von 21. bis 23. März im Kabarett Niedermair. Hier gibt`s alle Infos.


Wiener Neustadt und Kärnten begrüßen den Frühling

Pünktlich zu den ersten Sonnenstrahlen starten zwei Spielreihen in die wärmere Jahreszeit. Die Kabarettfrühlinge in Wiener Neustadt und Kärnten ziehen sich jeweils bis in den Mai hinein und bieten jeden Menge Gelegenheiten, Top-Kleinkünstler live zu erleben. Fast alle Stars der Branche sind vertreten, beispielsweise seien hier Roland Düringer, Josef Hader, Alfred Dorfer, Stermann & Grissemann, Alf Poier und Thomas Stipsits genannt. Alle Infos zu Programm, Locations und Tickets finden Sie auf den jeweiligen Homepages: www.kabarettfruehling.com und www.e-leven.at.

Artikel vom 28.02.2013, 16:16 Uhr · rb
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